Jim Ratcliffe und sein Ineos Grenadier

Jim Ratcliffe und sein Ineos Grenadier

Jim Ratcliffe und sein Ineos Grenadier

 

Er hat Expeditionen zum Nord- und zum Südpol überlebt, ist mit dem Motorrad durch halb Afrika gefahren und stürzt sich auf Skiern die steilsten Hänge hinunter. Doch sein vielleicht grösstes Abenteuer ist noch voll im Gange. Denn im Alter von 64 Jahren ist Jim Ratcliffe unter die Automobilhersteller gegangen, um Abenteuern und Arbeitern endlich wieder einen Geländewagen zu bauen, der diesen Namen auch verdient. Schliesslich hat der SUV-Boom jede Menge Softies auf die Strasse gespült, klagt sein Projektleiter Dirk Heilmann und selbst Hardcore-Helden wie der Defender oder die G-Klasse seien mit dem letzten Generationswechsel immer weicher geworden.

Jim Ratcliffe ist zwar ein Abenteurer, aber kein Träumer.

Schliesslich zählt der 1952 in Manchester geborene Chemie-Ingenieur nicht von ungefähr zu den reichsten Männern Grossbritanniens. Ratcliffe ist ein gewiefter Manager, der vor 20 Jahren die Chemiesparte des Mineralölkonzerns BP übernommen und unter dem Namen Ineos durch geschickte Zukäufe und Kooperationen mit mittlerweile über 20’000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 60 Milliarden Dollar zu einem der grössten Chemieunternehmen der Welt gemacht hat.

Nachdem sein dienstlicher Horizont bislang nur von Petro bis Pharma reichte, rücken jetzt auch Fahrzeuge in seinen Fokus. Denn so sehr sein Herzblut an Autos wie dem Defender hängt, so generalstabsmässig geht er beim Bau seines eigenen Geländewagens vor: Er hat die Firmensparte Ineos Automotive gegründet, hat den bislang von Köln aus für Engineering und Technologie zuständigen Anlagenbauer Dirk Heilmann zum Projektleiter bestimmt und ihm ein Budget vom einer knappen Milliarde Euro gestellt. Damit hat Heilmann nicht nur Magna Steyr mit der Entwicklung des Modells beauftrag und in Wales ein Werk für 25’000 Autos im Jahr geplant, sondern auch BMW eine hohe fünfstellige Zahl an Sechszylinder-Dieseln und –Benziner bestellt, die den kantigen Allradler von Ende nächsten Jahres an in Fahrt bringen sollen.

4x4Schweiz-News: Der allerletzte Land Rover Defender, 2'016'933 wurden davon gebaut, verlässt das Werk
Der letzte Land Rover Defender aus Solihull mit der Nr. 2’016’933

„Die Initialzündung dafür war tatsächlich der Tag, an dem im Januar 2016 der bei Land Rover der letzte Defender gebaut worden ist”, sagt Heilmann. Denn da habe Ratcliffe, der gerne den öffentlichkeitsscheuen Milliardär gibt und sich deshalb selbst zu dieser Herzensangelegenheit nicht äussern mag, erkannt, wie dünn die Luft für diese ganz spezielle Gattung von Geländewagen so langsam wird. Und an einem denkwürdigen Abend in einem ehrwürdigen Pub in London habe er seine ersten Gedanken dazu auf die Rückseite eines Bierdeckels skizziert – und trägt diesem Moment nicht zuletzt mit dem Namen des neuen Modells Rechnung. Denn Redcliffes rustikaler Erstling für die Pampa wird genauso heissen wie der Pub, in dem seine Geburtsstunde geschlagen hat: Grenadier.

Die Liga der Unverwüstlichen

Neben all den vielen Lifestyle-Jüngern und Grossstadtmüttern, die mit ihrem SUV nur zum Sport oder die Kids zur Schule fahren, gibt es weltweit tatsächlich noch eine ganze Menge Kunden, für die ein Geländewagen kein Accessoire ist, sondern ein lebenswichtiges Nutzfahrzeug: Ohne Autos wie den Defender, Jepp Wrangler, den Toyota Land Cruiser, die Mercedes G-Klasse und natürlich den Lada Niva müssten viele Farmen in unwirtlichen Gegenden Afrikas oder Australiens dicht machen, Minen und Ölfelder in den Anden oder in Sibirien hätten ernsthafte logistische Probleme und zahlreiche Expeditionen müssten umsatteln. Von Katastrophenschützern und Militärs ganz zu schweigen.

Bei Land Rover war man von der Idee des Briten trotzdem wenig begeistert. Natürlich freuen sie sich in Solihull über jeden Freund der Marke und über jeden Fan des Defender, der als „Land Rover Series 1“ 1948 den Grundstein für die englische Legende gelegt hat. „Doch wenn einer einen Defender baut, dann ist das Land Rover“, sagen sie trotzig und liefern nach schier endloser Bedenkzeit dafür jetzt mit einer Neuauflage den unwiderlegbaren Beweis.

Neben dem Fünftürer gibt es einen Dreitürer und in Zukunft auch eine Langversion

Allerdings zeigen die Diskussionen um den neuen Defender, wie schwierig es ist, ein legendäres, ikonisches Auto weiter zu entwickeln, ohne einerseits einen fabrikneuen Oldtimer zu bauen und andererseits das Original zu verraten. Und das war bei dem vor zwei Jahren erneuerten Wrangler oder der frisch aufgelegten G-Klasse nicht anders. Denn jeder Hersteller weiss, dass diese Autos Ikonen sind, die den Ruhm einer Marke ehren. Und alle wissen, dass sie möglichst wenig ändern dürfen, damit diese Ikonen nicht beschädigt werden. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass alle Farmer, Abenteurer und Mineure und Generäle dieser Welt nicht reichen werden, um komplette Neuentwicklungen zu finanzieren. Deshalb müssen die Nachfolger dieser Dinosaurier sich zumindest soweit dem Zeitgeist beugen, dass sie nicht nur im grossen Stil bewundert, sondern eben auch in einem rentablen Umfang bestellt werden. Und selbst wenn man ihnen ein bisschen mehr Freiraum für Schrullen und Einschränkungen lässt und zum Beispiel niemand bei einer G-Klasse eine leicht schliessende Tür erwartet, werden die Dinos auf Dauer ein paar Ecken und Kanten lassen müssen.

Die Retter der Dinos

Genau das ist aber die Befürchtung von Männern wie Jim Ratcliffe und seinem Projektleiter Heilmann. Sie mögen partout nicht daran glauben, dass nochmal jemand ein Auto ohne unnötigen Schnickschnack baut, weil er sich frei machen kann von den Ideen des Marketings. Für zu gross halten sie die Versuchung, dass am Ende ein Lifestyle-Auto dabei herauskommt, das auf dem Boulevard punktet, auf der Buckelpiste dafür aber versagt. Deshalb nehmen sie das Schicksal der Saurier lieber selbst in die Hand.

Im ersten Anlauf wollte es Ratcliffe mit dem Defender so machen, wie er es auch mit seinen vielen Firmenübernahmen gehandhabt hat: Er kauft alte Anlagen und Pläne und schafft es irgendwie, das Geschäft unter neuen Vorzeichen wieder anzukurbeln. Doch als der Ineos-Chef kurzerhand die Montagelinie und die Lizenz für den Defender übernehmen wollte, haben die Briten den Milliardär offenbar abblitzen lassen und ihm sehr deutlich die Rechtslage erklärt. Seitdem gehen Ratcliffe und sein Projektleiter Heilmann höflich auf Distanz zum Defender. Sie sprechen nicht mehr von einem Nachbau, sondern von einer Neuentwicklung, die allenfalls vom Land Rover und seinen Artgenossen inspiriert sei, weil sie die Gene eines klassischen, robusten und schnörkellosen Geländewagens habe.

Das Ergebnis ist ein Auto, das auf den ersten Blick aussieht wie eine Kreuzung aus G-Klasse und Defender, eckig, kantig, rustikal und ungeheuer praktisch. Nicht umsonst hängt das Ersatzrad von aussen an der vertikal geteilten Heckklappe, nicht ohne Grund gibt’s eine Leiter aufs Dach und nicht von ungefähr läuft um die ganze Karosse eine Reling, an der man zum Beispiel Werkzeug oder Ausrüstungsgegenstände befestigen kann.

Das von Magna Steyr in Graz umgesetzte Konstruktionsprinzip mit Leiterrahmen und Starrachsen ist klassisch, der Antrieb allerdings modern. Denn zu den Sechszylindern aus München gibt’s eine aktuelle Achtgang-Automatik von ZF, die nun allerdings mit einer Geländeuntersetzung kombiniert wird. Auch allerlei Assistenz- und Sicherheitssysteme stellt Heilmann in Aussicht, will den Fahrer aber nicht ganz aus der Verantwortung entlassen. Wo der neue Defender seinem Terrain Response System wie von selbst durch dick und dünn fährt, werde man im Grenadier auf abenteuerlichen Strecken schon ein wenig arbeiten müssen, um ans Ziel zu kommen.

Jetzt müssen aber erst einmal Heilmann und sein Team noch etwas arbeiten. Denn auch wenn mittlerweile die ersten Prototypen fertig sind, trennen sie vom Serienstart noch 1,5 Millionen Testkilometer, eine noch zu errichtende Fabrik und der Aufbau einer Handels- und Service-Organisation. Vom Markenaufbau und der Steigerung des Bekanntheitsgrades ganz zu schweigen. Natürlich weiss auch der Anlagenbauer Heilmann, dass Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines Autos mitsamt dem Aufbau einer Marke kein Kinderspiel sind. Doch wer eine komplexe Chemiefabrik aus dem Boden stampfen kann, der bekommt auch eine Fahrzeugfertigung zum Laufen, ist der Deutsche überzeugt. „Wir wären nicht einer der grössten Industrie-Konzerne der Welt, wenn wir nicht wüssten, was wir uns zutrauen können.“ Auf eigene Faust zum Nord- und zum Südpol oder mit dem Motorrad durch Afrika, das mögen Abenteuer sein. Doch wenn Ratcliffe über den neuen Geländewagen spricht, dann klingt das Ende auch nur wie ein Geschäft – selbst wenn dabei viel Herzblut im Spiel ist.

Ford Bronco is back, endlich.

Ford Bronco is back, endlich.

Ford Bronco is back, endlich.

 

25 Jahre mussten sich Ford Bronco Fans gedulden; nächstes Jahr soll es soweit sein. Ford erweckt den legendären Bronco wieder zum Leben – als Submarke. Der neue Bronco fährt 2021 in drei Karosserievarianten vor.

Wrangler oder Bronco? Im guten alten Amerika war das die Wahl, die man zu treffen hatte. Fünf Modellgenerationen, von 1966 bis 1996, wurden vom Bronco gebaut. Auf dem Höhepunkt Ende der 1970er Jahre verkauften sich jährlich über Hunderttausend Ford Broncos. Der berühmteste war wohl jener, den O.J. Simpson auf der Flucht vor der Polizei benutzte und die Welt live zuschaute. Es war unter anderem ein Grund, warum die Produktion des Broncos nach 30 Jahren Bauzeit endete. Tempi passati!

2021 bringt Ford eine Neuauflage des Bronco raus, der Offroad-Klassiker wurde anfangs Juli vorgestellt.

Den Bronco wird es als Zwei- und Viertürer in drei Karosserievarianten geben; zwei robuste Modelle für den Einsatz im Gelände und eine Sport-Version für Asphalt-Cowboys. Die geländetauglichen, allradangetriebenen Bronco-Versionen sind mit kurzem und langem Radstand erhältlich. Das Terrain-Management-System stellt verschiedene Offroad-Fahrmodi für Fahrten auf Sand oder steiniges Gelände bereit. Die Offroad Broncos verfügen nur vorne über eine Einzelradaufhängung; hinten stehen sie auf einer Starrachse. Die Bodenfreiheit wird mit 30 Zentimeter angegeben, die Watttiefe beträgt 85 Zentimeter. Für den Wild Trak gibt es ab Werk MT-Bereifung auf 35-Zoll-Felgen. 

Die Karosserien der Offroad-Varianten erlauben das einfache Entfernen vor Dachelementen und Türen. Bei den Motoren stehen ein 2,3-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 201 kW/274 PS oder ein 2,7-Liter-V6 mit 231 kW/314 PS zur Auswahl. Kombinierbar sind diese mit einer 10-Gang-Automatik oder einem 7-Gang-Handschaltgetriebe.

Die Strassenvariante Bronco Sport gibt es mit rundum Einzelradaufhängung und ebenfalls serienmässigem Allradantrieb. Der gut 4,40 Meter lange Sport ist entweder mit einem 1,5-Liter-Benziner mit 135 kW/184 PS oder einer einem 2,0-Liter-Motor mit 183 kW/248 PS kombinierbar. Beide Varianten haben eine Achtgang Automatik.

Der neue Bronco sieht nicht nur sensationell aus, sondern ist auch preislich sehr attraktiv. Los gehen soll es schon bei rund 30’000 Dollar. In USA versteht sich. Ob es der Bronco zu uns schafft, konnte uns Ford noch nicht bestätigen.

Ford legt für den Bronco eine eigene Submarke auf

Ford Bronco – Comeback unter eigener Marke

Ford will seine künftigen Offroad-Modelle unter der neuen Submarke „Bronco“ einführen. Kernmodell der neuen Submarke wird ein klassischer Geländewagen, der gegen Jeep Wrangler und Land Rover Defender antritt. Vorbild ist der Ur-Bronco aus den 60er-Jahren, ein robuster und kompakter Geländewagen, dessen Nachfolger bis 1996 gebaut wurden. Mit der Neuauflage und der Gründung einer neuen Marke will Ford auch vom ungebrochenen SUV-Boom profitieren. Ein Kompakt-SUV soll die Familie künftig ergänzen. Die Allradler werden auf dem Kühlergrill nicht das Ford-Oval, sondern ein wildes Pferd – ähnlich dem Mustang-Logo – tragen.  

C’mon baby, do the Loco Hauk

C’mon baby, do the Loco Hauk

C’mon baby, do the Loco Hauk

 

Mit dem Jeep Wrangler Loco Hauk hat Kenny Hauk von Hauk Designs ein eindrückliches Offroad-Vehikel erschaffen. Loco Hauk ist dabei als Name für diese verrückte Idee nur allzu passend gewählt.

Jeep Wrangler Unlimited 6x6 Loco Hauk

Jeep Wrangler Unlimited 6×6 Loco Hauk

Hauk Designs LLC wurde eigentlich aus einem unerfreulichen Umstand heraus gegründet. Kenny Hauk war ursprünglich im US-Baugewerbe tätig und wurde 2006 mit tausenden anderen in diesem Sektor arbeitslos. Das war der Moment in dem er sich entschloss, die Zügel selber in die Hand zu nehmen. Während seiner „Bauzeit“, in der er aus Holz und Stein Masshäuser für seine Kunden anfertigte, war ein Jeep Wrangler sein steter Begleiter. Des öfteren war er von der Qualität der Custom-Teile enttäuscht, die er für den Wrangler bei verschiedenen Händlern erstand. Und so begann er in der Garage seiner Eltern selber Teile zu fertigen, die seinen hohen Qualitätsansprüchen genügten.

Jeep Wrangler Unlimited 6x6 Loco Hauk Cockpit

Aus dem Hobby wurde Hauk Designs

Schon bald darauf bestellen seine Freunde Custom-Parts für ihre Jeeps bei ihm. Und so bot sich die Gelegenheit, aus seiner Leidenschaft und seinem Hobby ein Vollzeitgeschäft aufzubauen.

Kenny widmete seine ganze Aufmerksamkeit der Entwicklung von langlebigen, qualitativ hochwertigen Offroad-Parts. Dabei entstand zum Beispiel ein preisgekrönter „Gussaluminium-Schnorchel“, der den Markt für Jeep-Einlasssysteme revolutionierte.

Hauk Designs LLC machte sich nach dem frühen Erfolg daran, qualitativ hochstehende, schlüsselfertige Allradfahrzeuge zu bauen. Beginnend mit dem von Hauk entworfenen „River Raider-Truck“ setzten sie einen neuen Standard in der Jeep-Industrie, wobei Chrysler das Design später sogar mit der Veröffentlichung des JK-8 Freedom Kit imitierte.

Jeep Wrangler Unlimited 6x6 Loco Hauk dampft und raucht

Der Loco Hauk war ursprünglich ein 2008 Jeep Wrangler Unlimited 6×6, bevor er durch eine monumentale Transformation geschickt wurde. Als Antrieb wurde ein serienmässiger V4-Dampfmotor, der nur 130-140 PS leistete, aber ein absolut absurdes Drehmoment von fast 3‘400 Nm aufwies, verwendet. Weiter wurden eine BDS 4-Zoll-Lenkerfederung und Fox-Stossdämpfer verbaut. Dann noch einen massiven 200 Liter-Wassertank hinten drauf und tataaa, (fast) fertig war die 6×6-Wrangler-Lokomotive. Für das Design wurde eine passende „Steampunk“-Optik gewählt.

Auch wenn der Loco Hauk nur ein Showfahrzeug ist und niemals in Serie gehen wird, so ist er doch eine beeindruckende Ingenieurs-Leistung und generiert einiges an Momentum, wie man auch in diesem Film hier erkennen kann.

 

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Video: Jeep Wrangler JK

Video: Jeep Wrangler JK

Video: Jeep Wrangler JK

 

So kann man das mit der Unterbodenvesiegelung auch machen … Sayre Starr versenkt einen Jeep Wrangler JK im Schlammloch.

Die Jeep Winterproof Tour 2016

Die Jeep Winterproof Tour 2016

Die Jeep Winterproof Tour 2016

 

Die Jeep Winterproof Tour 2016 fand in diesem Jahr in Gstaad statt. Interessierte konnten vor Ort Testfahrten buchen und hatten dabei die einmalige Möglichkeit, sämtliche Modelle in ihrem bevorzugten Terrain auf Herz und Nieren zu testen. Die natürliche Umgebung der Berge bieten in Gstaad das perfekte Umfeld, um die Allradfähigkeiten, die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Jeep Modelle auf abenteuerlichen Strecken zu testen. Rund 20 Fahrzeuge standen dafür auf drei Strecken für eine Probefahrt zur Verfügung. Diese Strecken unterschieden sich wie Skipisten in drei Schwierigkeitsgraden Blau, Rot und Schwarz. Danach konnten die Testfahrer an einem Sicherheitstraining auf Eis teilnehmen und lernen, wie man sich in brenzligen Situationen richtig verhält.

Blau, rot und schwarz. Wer nicht auf die Pisten wollte, konnte in Gstaad auf der seinen Fahrkünsten entsprechenden Strecke die aktuelle Jeep-Palette ausprobieren.

Blau, rot und schwarz. Wer nicht auf die Pisten wollte, konnte in Gstaad auf der seinen Fahrkünsten entsprechenden Strecke die aktuelle Jeep-Palette ausprobieren.

Früh übt sich, wer ein Jeeper werden will.

Früh übt sich, wer ein Jeeper werden will.

Skijöring ist uns allen ja bestens vom WhiteTurf in St. Moritz bekannt. In Gstaad ging es aber nicht so armselig zu, denn Jeep legte kurzerhand 169 weitere Pferde drauf und spannte einen Renegade mit satten 170PS vor die Skier oder das Snowboard.

Skijöring ist uns allen ja bestens vom WhiteTurf in St. Moritz bekannt. In Gstaad ging es aber nicht so armselig zu, denn Jeep legte kurzerhand 169 weitere Pferde drauf und spannte einen Renegade mit satten 170PS vor die Skier oder das Snowboard.

 

 

Jeep schickt zwei Frauen in die Wüste.

Jeep schickt zwei Frauen in die Wüste.

Jeep schickt zwei Frauen in die Wüste.

 

Genauer gesagt zur “Rallye Aïcha des Gazelles”, einem ganz besonderen Rennen. Zugelassen sind nämlich nur Frauen. Nicht erlaubt hingegen sind GPS-Geräte und Mobiltelefone. Was also zählt, sind Geschick und Orientierung. Es gewinnt nicht das schnellste Team, sondern dasjenige, das am wenigsten Kilometer gebraucht hat. Sprich: Hindernisse, wie ausgetrocknete Flussbette und vor allem Sanddünen werden nicht um-, sondern über- und durchfahren.

Régine Zbinden und Eva Steiner nehmen bereits zum 3. Mal mit ihrem Jeep Wrangler an der Rallye Aïcha des Gazelles teil

Reicht es für die Waadtländer Jeep-Gazellen diesmal zum Sieg?

Vor rund zwei Jahren haben sich Régine Zbinden und Ela Steiner entschieden, etwas in ihrem Leben zu ändern. Régine Zbinden hat sich darauf einen Jeep Wrangler gekauft sich zusammen mit ihrer Kollegin kurz darauf ein erstes Mal für die Rallye Aïcha des Gazelles angemeldet – und das gänzlich ohne Offroad-Erfahrung. Bei diesem ersten Abenteuer fuhren sie gleich in die Top 10. Motiviert von diesem Erfolg, nahmen sie auch im vergangenen Jahr teil und wurden ausgezeichnete Zweite.

Vom 23. – 31. März werden sie mit insgesamt 165 Teams in vier Kategorien sieben Etappen und rund 2’500 Kilometer durch Marokko in Angriff nehmen. Die Vorbereitungsphase für Runde drei an der Rallye Aïcha des Gazelles ist abgeschlossen. Und da die beiden Schweizer Jeep Testimonials sind, gab es noch ein hübsches Sponsorenpäckchen oben drauf.

Der Wrangler wurde mit viel italienischer Hingabe für die beiden Offroad-Ladies von den kreativen Profis von Garage Italia Customs mit einer gewissen weiblichen Note verziert. Inspiriert von der Wüste Marokkos gestalteten die Künstler das Fahrzeug mit einem speziellen Effekt, dass der sonnenverbrannten Erde der Wüste Marokkos ähnlich sieht.

Régine Zbinden und Eva Steiner nehmen bereits zum 3. Mal mit ihrem Jeep Wrangler an der Rallye Aïcha des Gazelles teil

Rallye Aïcha des Gazelles unterstützt lokale Bevölkerung

Die Rallye Aicha des Gazelles erfüllt neben Spass und Abenteuer der Fahrerinnen auch einen Wohltätigkeitszweck für die Bevölkerung von Marokko. Mit den Einnahmen der Rallye werden Ärzteteams finanziert, die zwischenzeitlich das ganze Jahr über Nomaden und die Bewohner abgelegener Dörfer und Siedlungen im südlichen Teil Marokkos versorgen. Während der Rallye fährt ein medizinischer Konvoi mit einer mobilen Klinik durch das Land. Acht Ärzte kümmern sich um die lokale Bevölkerung und behandeln dabei über 4‘500 Patienten kostenlos behandelt. Zusätzlich wurden Schulen finanziell unterstützt und ein Waisenhaus eingerichtet.

Wir werden über die beiden und auch die anderen Schweizerinnen berichten, die an der Frauenrallye teilnehmen.

Jeep Studien zum Verlieben.

Jeep Studien zum Verlieben.

Jeep Studien zum Verlieben.

 

Jeden Winter treffen sich Jeep-Designer, Ingenieure und Hersteller und planen unter Ausschluss der Öffentlichkeit für die alljährliche „Easter Jeep Safari“ in der Moab-Wüste spannende Konzeptfahrzeuge. Wir finden, da sind einige spannende Jeep Studien dabei.

Auburn Hills/USA. Sieben Konzeptfahrzeuge für die Oster-Feier: Wie jedes Jahr bringt Jeep gleich mehrere Studien zum Treffen seiner Markenfans in die Moab-Wüste mit. Diesmal gibt es bei der „Easter Jeep Safari“ in Utah unter anderem zwei Modelle im Retro-Stil zu sehen.

Die Jeep Studien sollen als Showcars die Besucher der Rallye in der Wüste Utahs beeindrucken und unterhalten. Serienpläne gibt es nicht. Einige Komponenten der Fahrzeuge finden sich jedoch in den Zubehör- und Teilekatalogen der Marke, teils allerdings nur in den USA.

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Short Cut, eine Hommage an den Jeep-Klassiker CJ-5, Frontansicht

Als Hommage an den Jeep-Klassiker CJ-5 will die Studie Short Cut mit ihren charakteristischen Türausschnitten verstanden werden

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Short Cut, eine Hommage an den Jeep-Klassiker CJ-5, Heckansicht

Verkürzter Radstand und roter Lack machen das Showcar auf Wrangler-Basis zum Hingucker

4x4Schweiz-News: Jeep Retro Studie FC 150, Frontansicht

Ebenfalls einen Blick in die Vergangenheit wirft die Studie FC 150, die im Stil des gleichnamigen Mini-Lkw aus den 50er-Jahren auftritt.

4x4Schweiz-News: Jeep Retro Studie FC 150, Heckansicht

Basis ist auch hier der Geländewagen Wrangler

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Trailcat, die wohl spektakulärste Studie seit langem von Jeep, Frontansicht

Die spektakulärste Studie des Jahres dürfte der Jeep Trailcat sein

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Trailcat, die wohl spektakulärste Studie seit langem von Jeep, Heckansicht

In dem verlängerten Wrangler arbeitet ein 520 kW/707 PS starker 6,2-Liter-V8-Benziner

 

Dazu gibt es mit dem Crew Chief 715 und dem Comanche Pick-up Studien im Militär-Stil, den für den Abenteuereinsatz entwickelten Trailstorm und einen für den Offroad-Einsatz aufgepeppten Renegade mit dem Beinamen Commander.

Jeep Comanche concept

Jeep Comanche concept

Jeep Comanche concept

Jeep Comanche concept

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Crew Chief 715 concept

Jeep Crew Chief 715 concept

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Crew Chief 715 concept

Jeep Crew Chief 715 concept

4x4Schweiz-News: Jeep Studie Jeep Trailstorm Commander

Jeep Wrangler Trailstorm concept
Als Basis diente ein Wrangler Unlimited. Das Trailstorm concept hat ein 2-Zoll-Lift-Kit mit Fox Dämpfern, Dana44 Vorder- und Hinterachse und einen 3,6-Liter-Pentastar V-6 mit 5-Gang-Automatikgetriebe aus dem Wrangler-Regal.

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Jeep & Harley: for Freedom-Lovers

Jeep & Harley: for Freedom-Lovers

Jeep & Harley: for Freedom-Lovers

 

Harley-Davidson steht für Motorrad wie keine zweite Marke. Und Jeep ist der Inbegriff für Geländewagen. Beide stehen für Freiheit. Und weil die beiden US-Legenden bei solchen Events seit einigen Jahren zusammenspannen, berichten wir von 4x4Schweiz ungewohnter Weise von einem Zweiradtreffen.

Jeep und Harley-Davidson laden nach Faak zu #EuropeanBikeWeek

Seit 1998 lädt Harley-Davidson zur European Bike Week nach Faak in Kärnten/Österreich. In diesem Jahr sind mehr als 120’000 Fans des US-Schwermetalls dem Ruf der Freiheit nach Faak gefolgt und bevölkerten das „Harley Village“ und die rund um den See gelegenen Event-Locations. Über 85’000 chromblitzende Maschinen säumten die Seestrasse – alle „Made in Milwaukee“ und doch schaut keine wie die andere aus. Und genauso individuell wie die Motorräder sind auch ihre Besitzer.

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

Wohin man auch blickte, den Männern und Frauen ist ein breites Grinsen in Gesicht gemeisselt. Es sind sämtliche Altersgruppen und alle sozialen Schichten vertreten. Sie kommen in friedlicher Mission und wollen einfach nur die grösste Mega-Motorradfete auf dem europäischen Kontinent feiern. Mit der European Bike Week schnellt die Einwohnerzahl der kleinen Marktgemeinde Finkenstein, zu der Faak am See – das Epizentrum des Events – gehört, gut und gerne um mehr als das Zehnfache an. Aus allen Teilen Europas und aus Übersee strömen die Besucher in den schönen Süden Österreichs.

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

Der Höhepunkt der Bike Week war die Parade am Samstag, die Punkt 12 Uhr mit einem Getöse startete, dass es wahrscheinlich in ganz Österreich als Donnerhall wahrgenommen wurde. Das Harley-Treffen hat sich dermassen entwickelt, dass die Strasse um den Faaker See, während der 6-tägigen Veranstaltung zur Einbahnstrasse gemacht wird und die Bikes rund um die Uhr um den See fahren.

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/AustriaJeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

Neben dem Spektakel lädt das Dreiländereck zu sagenhaften Touren ein, schöne kurvige Bergstrecken oder einen Ritt ans Meer, es ist alles möglich.

Wir haben uns für einen gemeinsamen Harley-Jeep-Ausritt durch den Nockalm Nationalpark entschieden und sind mit sieben Jeeps (Renegade, Wrangler, Cherokee Trailhawk, Grand Cherokee) und 3 Harleys (XL 883N Iron, XL 1200X Forty-Eight, Softail) im Konvoi durch das wunderschöne Kärnter Land unterwegs.

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

 

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria

Jeep & Harley-Davidson European Bikeweek 2015 Faak/Austria, 4x4Schweiz-Redaktion

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Unlimited Fahrspass. Langzeit-Fahrbericht des Jeep Wrangler 2.8 CRD Sahara

Unlimited Fahrspass. Langzeit-Fahrbericht des Jeep Wrangler 2.8 CRD Sahara

Unlimited Fahrspass. Langzeit-Fahrbericht des Jeep Wrangler 2.8 CRD Sahara

 

Ein Spielzeug für grosse Jungs. Oder taugt der Jeep Wrangler Unlimited 2.8 CRD auch im Alltag, wenn man nicht mit Pferdeanhängern oder einer abgelegenen Alpwirtschaft zu tun hat und meistens lediglich den Weg ins Büro unter die Räder nimmt?

Der Ur-Wrangler:

Seit 1941 gib es ihn nun; den Jeep. Zwischenzeitlich ist dieser Markenname für „Geländewagen“ sogar das, was „Tempo“ für Taschentücher darstellt: ein Gattungsbegriff. Alles was allradgetrieben und mehr oder weniger kastenförmig auf vier Rädern fährt, ist ein Jeep. Egal ob von Landrover, Toyota, Nissan oder Suzuki, letzterer hierzulande allerdings gerne auch liebevoll mit „Jeepli“ betitelt. Das muss man erst mal schaffen. Oder haben Sie schon mal gehört, dass jemand einen tiefliegenden Zweitürer grundsätzlich als Porsche bezeichnet, auch wenn Mazda oder vielleicht Opel drauf steht?

Ursprünglich wurde der als Willys in die automobile Geschichte eingegangene Wagen um 1940 für die US-Militärs entwickelt. Diese suchten ein kleines und geländegängiges Fahrzeug, das günstig in grosser Stückzahl hergestellt werden konnte. Neben Ford zeigten auch die American Bantam Car Company und die Willys-Overland Company, die den Namen „Jeep“ 1950 als Markennamen schützen liess, ihre Prototypen. Über den Verlauf der endgültigen Auftragserteilung herrscht Unklarheit. Was aber die Zeit unbeschadet überdauert hat, sind die Werte der Marke, die nach wie vor kompromisslos für Geländegängigkeit steht. Und die Design-Symbolik, wie den siebenfachen vertikalen geschlitzten Grill, die eckigen Radläufe und, im Falle des Wrangler, die runden Scheinwerfer.

73 Jahre Später: PS, Energieeffizienz und Partikelfilter.

Seit nun gut zwei Jahren kurve ich mit einem Nachkommen des Willys durch die Lande: dem Jeep Wrangler Unlimited mit dem 2.8 CRD-Motor in der Ausführung “Sahara“. Rein optisch hat er sicherlich die meisten Gene des Uropas mitbekommen. In der Zeit habe ich nun etwas über 40’000 km gemacht –und so ziemlich jeden davon genossen. Als Antrieb zur Auswahl standen der erwähnte 2.8 Liter Diesel mit 200 PS oder ein 3.6 Liter V6 Benziner, der 284 PS leistet und laut Hersteller in der Version „Sahara Unlimited“ mit 11.7 Litern auf 100 km unterwegs sein soll. Da hören sich die aufgerufenen 8.8 Liter des Diesels in derselben Version doch etwas zeitgemässer an. Auch wenn ich diesen Wert im Alltag nie erreicht habe. Selbstverständlich ist auch der Partikelfilter an Bord und die Energieeffizienz wird mit der bei den Strassenverkehrssteuern noch erträglichen Klasse D angegeben. Soviel zur Umwelt.

Langeweile Ade.

Kaufentscheidend für den Wrangler mit der Typenbezeichnung „JK“ und dem Zusatz „Unlimited“, was in dem Fall für 4 Türen steht, war für mich neben den Kriterien “Allrad” und “Alltagstauglichkeit” vor allen Dingen der Aspekt “nicht langweilig”. Ganz klar; mit seinen kantigen Formen und der bei der Europavariante des Fahrzeuges zugegebenermassen nicht sehr gelungenen riesigen Frontstossstange ist er nicht jedermanns Sache. Eigentlich kaum jemandes Sache, denn die Begegnungen mit anderen Wrangler-Piloten sind auf den Schweizer Strassen relativ selten. Und werden mit einem freundlichen Gruss, den wir auch von Defender-Fahrern untereinander kennen, quittiert. Genau diese Dinge sind es, die den Jeep zu dem Auto machen, das er ist.

Die Entscheidung, auf das Top-Modell “Rubicon” und die damit verbunden stärkeren Dana-44-Achsen, eine Untersetzung von stattlichen 4:1 und den auf Knopfdruck trennbaren Stabilisator zu verzichten, ist – in meinem Fall – der Vernunft geschuldet: Weil hierzulande Steilauffahrten im Wald oder trockenen Bachbetten doch eher die Seltenheit sind, brauche ich diese feinen Features, die laut Werksangaben übrigens mit 0,5 Litern Mehrverbrauch zu Buche schlagen, schlicht und ergreifend nicht. Die Starrachsen sind für den Einsatz als Alltagsfahrzeug, das ab und an mal auf eine Alp fährt, mehr als grosszügig dimensioniert, und die zuschaltbare Untersetzung ist mit 2.72:1 ebenfalls weitaus ausreichend.

Die für einige Franken weniger erhältliche Ausführung „Sport“ war mir persönlich zu spartanisch, sollte der Jeep doch mein Alltagsauto werden, mit dem nicht nur die im Winter wöchentlich anstehenden Touren ins Gebirge, sondern auch fröhliches Staustehen in der Rushhour, längere Urlaubsfahrten oder auch Auftritte als Hochzeitsfahrzeug gemeistert werden.

Nach dem Ausmerzen anfänglicher Kinderkrankheiten wie z.B. einer nach 13’000 km offroadfreiem Betrieb ausgeschlagenen Lenkstange, zweimal wegen Goldfischglas-Effekt – aussen trocken, innen Wasser – gewechselten Blinkern vorne, neue Scheinwerfer – das selbe Problem mit dem Wassereintritt – und zwei neuen Wischwasserbehältern samt Pumpe, dort blieb das Wasser, im Gegensatz zu den Lampen, eben nicht drin, läuft “der Dicke” anstandslos.

Der 2.8 Liter CRD Motor aus dem Regal von VM Motori, die seit 2013 komplett zu Fiat gehören, brummt zufrieden und zuverlässig vor sich hin. Lässt man sich nicht all zu oft zu einem kräftigen Tritt auf das Gaspedal verleiten, bewegt man den Jeep knapp unter 10 Litern im 3/3-Mix. Ein ganz passabler Wert, wenn man die 2.3 Tonnen Gesamtgewicht, die Reifendimension von 245/75/17 und den CW-Wert einer Schrankwand bedenkt. Den Kickdown lässt das 5-Gang-Getriebe, das übrigens aus dem Mercedes ML stammt, über den etwas trägen 5-Stufen-Automaten einen tieferen Gang einlegen, und die 200 Pferdchen treiben den Wagen unerwartet munter nach vorne und in 10.6 Sekunden auf Hundert. Schluss ist dann bei 172 km/h. Was bei dem tatsächlich geländegängigen Fahrwerk auch reicht.

Innen hui – aussen auch.

Für einen Amerikaner ist wider erwarten selbst die Verarbeitung ganz in Ordnung und das Design kann sich sehen lassen. Der Innenraum wartet mit ansprechenden Rundinstrumenten, grob anmutenden, grossen Zierschrauben und Staunetzen anstelle der herkömmlichen Türfächern auf. Witzige Details, die dem Wagen seinen Charme verleihen. Ein Multimedia-Navigationsgerät mit 30GB Festplatte und CD/DVD ist natürlich auch auf der Aufpreisliste zu finden. Ebenso wie eine edle Lederausstattung mit Sitzheizung vorne, die aber irgendwie nicht so recht zu dem doch eher groben Auto passen will, dessen Urgene auf alles andere als auf Luxus programmiert sind. Auch wenn elektrische Fensterheber heutzutage wohl kaum mehr als Luxus bezeichnet werden können – es hat einen Moment gedauert, bis ich die gross dimensionierten und zentral im Armaturenbrett, direkt unterhalb des Unterhaltungssystems platzierten, Schalter gefunden hatte. Die Antwort auf die Frage, warum man so etwas dort anbringt, geben die grossen Schrauben an den Türscharnieren: Die Türen sind komplett abbaubar. Fahren, wie es schon im Willys möglich war. Und so folgt für einmal die Form der Funktion. Erfrischend „old school“ so etwas!

Nicht ganz so komfortabel geht es auf der Rückbank zu. Trotz guter und auch für grosse Menschen geeigneter Beinfreiheit. Die Sitzflächen sind relativ kurz und die Sitzpositionen dadurch etwas gewöhnungsbedürftig. Für Kinder kein Problem; die Kleinen haben schon beim „reinklettern“ ihren Spass an dem Auto. Und der grosszügig dimensionierte Kofferraum nimmt es auch mit zwei Kinderwagen auf.

Das bei uns serienmässig verbaute Hard-Top leistet in Sachen Dämmung und Isolation erstaunlich gute Arbeit. Sicherlich keine Minergie-Hütte, doch für ein Gespräch in normaler Lautstärke mit dem Beifahrer bei 140 km/h reicht es allemal. Im US-Zubehörhandel sind ausserdem passgenaue Dämm-Matten für das Hardtop erhältlich. Die sogenannten “Noise-Killer” sollen die Geräuschkulisse noch mal um ein paar Dezibel absenken und auch der Heizung die Arbeit erleichtern.

Der Jeep Wrangler Unlimited ist nicht nur das derzeit einzige viertürige Cabrio auf dem Markt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das fest verschraubte Hardtop an sonnigen Tagen auch zum Targa wandeln. Assoziationen zum legendären Bandit-TransAm werden wach. Allerdings auch nur beim Blick nach oben. Eine gute Alternative wenn man keinen Platz zum Lagern des ganzen Daches – oder einfach keine Lust zum Schrauben hat; die Demontage des Hardtops und die Montage des Faltverdecks, welches Jeep sinnigerweise “Sunrider” nennt, nehmen schon ein paar Stunden und helfende Hände in Anspruch. Doch unterstreicht das offene Fahren natürlich nochmals den Spassfaktor, den das Auto von sich aus schon vermittelt. Überall hin kommen und dabei möglichst viel Spass haben, scheint die Devise zu sein. Zumindest geht es mir so, wenn ich mit dem Wrangler unterwegs bin.

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Der Jeep Wrangler Unlimited ist das einzige viertürige Cabrio am Markt. (Foto: www.jeep.com)

Leise rieselt der Schnee…

Im Winterbetrieb spürt man das Gewicht des Wagens. Mit. 2.3 Tonnen bringt “der Dicke” doch einiges auf die Wage, was bei rutschigen Verhältnissen zu ein wenig Kribbeln im Popometer führen kann. Es braucht nur wenig, dass der im normalen Modus auf der Hinterachse getriebene Jeep nicht mehr vom Fleck kommt – und/oder das ESP schützend eingreift. Mit manuell zugeschaltetem Allrad aber gibt es kaum noch etwas, das ihn aufhält. Auf Untergrund mit ausreichend Traktion sollte man darauf aber verzichten; unguten Verspannungen machen sich bemerkbar, wenn die Vorderräder im Allrad-Modus zuviel Grip aufbauen.

Apropos Winter: Die Ami-typischen Ganzjahresreifen Goodyear Silent Armor in der hierzulande kaum erhältlichen Exotendimension 245/75 rollen natürlich auf eleganten Alus daher. Auch wenn die Reifen das geschützte Schneeflockensymbol tragen, habe ich mich für den Alpenlandwinter doch für „richtige“ Winterreifen entschieden. Sie weisen neben dem Schneeflockensymbol auch den entsprechenden Profilschnitt. Auch wenn die Goodyear erstaunlich gut funktioniert haben, bieten die Nokian Hakkappelitta LT2 aus dem hohen Norden doch nochmals einen ganz anderen Halt. Ausserdem waren es zum Zeitpunkt des Kaufes die einzigen in dieser Dimension verfügbaren Schlappen auf dem Schweizer Markt.

Sollte es dann trotz des klassischen Allradantriebes und toller Reifen doch mal nicht mehr weitergehen, bietet der Sahara eine zusätzliche Untersetzung. Für extreme Bergabfahrten ausserdem eine elektronische Bergabfahrhilfe, die auch bei eingeschneiten Bergstrassen ein gutes Gefühl vermittelt.

Artgerechte Haltung.

Über die Geländetauglichkeit des Wagens brauche ich mich hier nicht auszulassen. Die ist unbestritten und von vielen Kollegen mehrfach erprobt und bewiesen. Kaum eine Steigung, die der Jeep nicht meistert. „Wo kein Weg ist, ist ein Jeep“ heisst es. Diese Eigenschaft wollen wir dem Urvater der Offroader definitiv nicht in Abrede stellen.

Unlimited Platz?

Platz bietet der Unlimited einigen. Allerdings müssen lange Gegenstände wie z.B. Skis schon ab 1.60 m quer in den durch eine im Verhältnis 60:40 geteilt abklappbare Rückbank verlängerten Kofferraum gelegt werden. Und das trotz einer Fahrzeuglänge von 4.75 m. Aber die Zubehörindustrie schläft natürlich nicht und so gibt es für den Nachfahren des militärischen Ur-Vaters der Offroader eine Palette an Umbau- und Zubehörteilen, die zu überschauen schon einen Doktortitel nötig macht. Wie auch einen voll begehbaren Dachträger. Was davon dann auf Schweizer Strassen zugelassen ist, steht aber nochmals auf einem ganz anderen Blatt.

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Um Skier über 180 cm in den Kofferraum zu packen muss die Rückbank umgeklappt werden. Und auch dann passen sie nur diagonal.

Neben dem Original-Zubehör von Mopar® ist die US-Firma Rugged Ridge® wohl mit der grösste Anbieter von mehr oder weniger nützlichen Teilen für den JK. Beziehen kann man das Meiste über das Internet. Wer nicht direkt in den USA bestellen möchte, ist bei Calonder US Cars in Dietikon gut aufgehoben. Dort bekommt man auch die hierzulande offiziell nicht erhältliche Version mit dem 6.4l Hemi V8. Auch im nahen Ausland findet man bei diversen Anbietern wie z.B. www.4-wheel-parts.de oder auch www.meinjeepshop.de eine Vielzahl an Teilen.

Mein unlimited Fazit:

Der JK Unlimited bietet neben Platz und einer Reihe nützlicher und angenehmen Features vor allem richtig viel Fahrspass. Auch wenn die Bauart des Wagens mit klar ersichtlichem Kunststoff auch an der Karosserie hierzulande etwas an Playmobil erinnert. Oder vielleicht gerade deshalb. Mit Sicherheit aber ist er mehr als nur ein Spielzeug für grosse Jungs (und Mädels) und absolut alltagstauglich. Wer sich mit der amerikanischen Art des Autobaus anfreunden kann oder sogar Spass daran hat, ist hier besser aufgehoben als in der Beinahe-Perfektion, die wir von europäischen Herstellern gewohnt sind – und die doch zunehmend langweilt. Im Wrangler weht auf jedem Kilometer ein kleiner Hauch von Abenteuer, der einen insgeheim nach einem Cowboyhut und einem Glimmstängel der entsprechenden Marke sehnen lässt.

Fotos: Nils Deparade