Roadtrip durch Argentinien und Chile, bis ans Ende der Welt

Roadtrip durch Argentinien und Chile, bis ans Ende der Welt

Roadtrip durch Argentinien und Chile, bis ans Ende der Welt

Wenn Julia Simon eine Reise plant, wird es abenteuerlich. Das weiss ihr Mann René aus Erfahrung. Ein dreimonatiger Roadtrip durch Argentinien und Chile soll es diesmal sein. Mit Pickup und Dachzelt reisen die beiden bis zur südlichsten Stadt Südamerikas. Die einzigartige Schönheit Argentiniens raubt ihnen den Atem.

Schon mal mit einem in Chile gemieteten Pickup nach Argentinien eingereist? Wir auch nicht. Und deshalb wissen wir nicht, was wir von der anstehenden Premiere erwarten können. Der erste Reiseabschnitt soll uns von Santiago de Chile bis ganz in den Süden nach Ushuaia in Argentinien führen. Immer wieder werden wir dabei die argentinisch-chilenische Grenze überqueren müssen. Heute können wir schon mal üben.

Da Unwissenheit nicht vor Warteschlangen schützt, stehen wir knapp eine Stunde in einer Blechkarawane, bevor wir uns für eine weitere Stunde in eine Menschenschlange einreihen müssen.

So ist es nun mal, wenn man sich für den ersten Grenzübertritt einen vermeintlich strukturstarken Übergang aussucht, der auch von Touristenbussen genutzt wird. Die Warteschlange ist grösstenteils im Freien, die Sonne brennt, und die Sonnencreme liegt im Auto. Ein weiteres Problem ist, dass wir fast kein Spanisch sprechen. Keiner kann Englisch. Auch beim Blick auf die Hinweisschilder verstehen wir nur Bahnhof. Julias Spanisch ist «basic», und bei mir reicht es, um freundlich ein Bier zu bestellen. Leider wenig hilfreich.

Nach drei verschiedenen Schaltern, Stempeln, Unterschriften auf den Mietwagen-Ausreisedokumenten und viel Sprachinkompetenz haben wir es nach zwei Stunden endlich geschafft. Naja, nicht so ganz, denn der Stempel im Pass verrät, dass dies lediglich die Ausreise aus Chile war. Unsere Frage, wo denn die Einreise nach Argentinien erfolgt, wird vom Grenzbeamten mit einem wortlosen Fingerzeig auf die Strasse hinter dem Schlagbaum beantwortet. Nach 45 Minuten Fahrt im Niemandsland erreichen wir die argentinische Grenze. Ein weiteres Mal Auto- und Menschenschlange, ein weiteres Mal viel Ahnungslosigkeit unsererseits, aber wir kriegen die nötigen Stempel und Unterschriften. Jetzt haben wir Argentinien endlich erreicht. Auch eine Art, fast fünf Stunden des Tages zu verbringen. Die Landschaft hier in der Grenzregion lässt jedoch vermuten, dass sich dieser Aufwand mehr als gelohnt hat.

Wildcamping. Für diese Reise haben wir einen Pickup mit ausklappbarem Dachzelt gemietet, eine Allradwohnung quasi. Es gibt für uns keinen grösseren Luxus als zeitlich und örtlich flexibel zu sein. Unsere Reiseplanung ist sehr grob. Wohin wir jeden Morgen aufbrechen, entscheidet sich meist am Abend vorher. Für uns die perfekte Art, ein Land zu erleben und ein Gefühl absoluter Freiheit zu erfahren.

Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Abseits. Einfach bei der nächsten Seitenstrasse abbiegen, und schon findet sich ein einsames Übernachtungsplätzchen mitten im Nirgendwo.

Ein Allradfahrzeug mit guter Federung ist hier durchaus angebracht. Ich möchte die argentinischen Strassen mal vorsichtig als «unberührt von jeglicher Norm» beschreiben. Ein mit Achsbruch am Strassenrand verendetes Auto unterstreicht den gewonnenen Eindruck. Grober Schotter, Schlaglöcher, in denen ein Smart verschwinden könnte, und Staub, der jeden Zentimeter von Fahrzeug und Insassen bedeckt.

Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, aber dieser hartnäckige Staub findet den Weg zu Körperstellen, die aus meiner Sicht erst dann Staub ansetzen, wenn jeglicher Gedanke an menschliche Reproduktion oder den dafür vorgesehen Akt erloschen ist.

 Mit so einem Fahrzeug erreichen wir Übernachtungsplätze, die man mit einem normalen Auto sicher nicht erreichen würde. Während Wildcamping in vielen Ländern entweder verboten oder nicht ratsam ist, ist es in Argentinien ein absolutes Muss. Im Süden des Landes, ganz in der Nähe der Cueva de los Manos in der Provinz Santa Cruz, biegen wir von der Ruta Nacional 40 auf eine kleine Staubstrasse ab und erreichen nach kurzer Zeit ein beeindruckendes Fleckchen Erde. Um uns herum erheben sich rote Felsen aus dem sandigen, mit stacheligen Grasbüscheln bewachsenen Boden. Mit dem Lauf der Sonne verwandeln sich die Farben um uns herum – von Hellrot in Dunkelbraun, von leuchtendem Gelb in Hellgrau. Julia und ich stehen schweigend nebeneinander und staunen. Die Stille um uns herum ist ungewohnt und ebenso beängstigend wie faszinierend.

 

Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

On the road. Nicht immer sind die Strassen so gepflegt wie hier. Aber immer hat man dafür eine grandiose Aussicht.

Nachdem die Sonne untergegangen ist, offenbart sich uns ein spektakulärer Nachthimmel. Da sich in einem Umkreis von mehreren Kilometern keine Lichtquellen befinden, stört nichts unseren Blick in den Sternenhimmel. Zu Hause vergisst man schnell, wie viele Sterne es dort oben gibt. Zum einen, weil wir uns gar nicht mehr die Zeit nehmen, lange genug nach oben zu schauen. Zum anderen, weil die Sterne aufgrund der Lichtverschmutzung gar nicht mehr alle zu erkennen sind. Eines steht fest: Wir müssen uns hier den Sonnenaufgang anschauen! Julias «Viel Spass dabei!» lässt mich vermuten, dass sie keine Lust hat, um 6.15 Uhr den Schlafsack zu verlassen. Wir werden sehen. Die Abende sind in der Regel sehr entspannt, denn anders als im Alltag zu Hause gibt es nichts, was man nach dem Stillen aller Grundbedürfnisse tun müsste. Es bleibt also genügend Zeit, um unterschiedliche Ordnungsansichten aufeinanderprallen zu lassen. So ein Jeep mit Zelt hat, verglichen mit unserer Wohnung zu Hause, eine deutlich kleinere Wohnfläche. Trotzdem muss man viele Sachen unterbringen. Unser sensationeller Kleiderschrank besteht z. B. aus unseren Reiserucksäcken, die offen auf der Rückbank liegen. Das funktioniert so: Tür auf, Shirt hineinwerfen, Tür zu. Ich habe angeregt, dass alle Sachen einen festen Platz in unserer Allradwohnung haben, damit man sie ohne grossen Suchaufwand immer wiederfindet. Ist ja nicht schwer – sollte man meinen. Bei uns besteht ein Tag oder Abend jedoch häufig aus vielen kleinen Ratespielen. Am beliebtesten ist die Variante «Schatz, wo ist?». Dieses Spiel ist recht simpel und bedarf keiner grossen Vorbereitung. Es muss lediglich vergessen werden, wo die einzelnen Gegenstände eigentlich hingehören. Für die eine Hälfte unseres Reiseduos ist das anscheinend recht einfach zu bewerkstelligen. Die andere Hälfte, also ich, muss jeden Tag aufs Neue unzählige Fragen bezüglich Ablageort diverser Gegenstände beantworten. Antwortet der Gefragte dann nicht innerhalb weniger Sekunden, wird die Frage umgehend wiederholt, und der Punkt geht anscheinend an den Fragenden. Ganz sicher bin ich noch nicht, wer bei dem Spiel gewinnt.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Schattenspiel. Kurz vor Sonnenuntergang zeichnen sich lange Schatten auf rote Felsen. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Der nächste Morgen beginnt dank meines Weckers und meiner Ankleideversuche, die das Zelt wackeln lassen, auch für Julia früher als ganz offensichtlich gewollt, aber sie will sich den Sonnenaufgang dann doch nicht entgehen lassen. Zusammen besteigen wir einen Hügel, von dem aus wir das Tal überblicken können. Um kurz nach 7 Uhr schiebt sich die Sonne über die Hügelkante und sorgt erneut für ein besonderes Farbenspiel. Ich bin glücklich. Und Julia? Anscheinend auch, denn sie liegt zusammengerollt auf ihrer Daunenjacke und schläft. Immerhin ist sie irgendwie dabei. Cerro Fitz Roy. Endlich haben wir Zeit für unsere erste richtige Wanderung. Ziel ist der Cerro Fitz Roy, ein Granitmassiv nahe der argentinisch-chilenischen Grenze. Ausgangspunkt dieser 20-Kilometer-Tour ist das Örtchen El Chaltén, das fast ausschliesslich vom Tourismus lebt. Trotz dieser Tatsache und der offensichtlichen Anwesenheit vieler Reisender ist es hier weder hektisch noch überlaufen. Es herrscht eine entspannte Stimmung. Die kann ich jetzt auch gut gebrauchen, da auf dem Weg hierher unser Scheibenwischermotor im Dauerregen den Dienst quittiert hat, in dem er sich fast vollständig vom restlichen Fahrzeug gelöst hat und nun traurig im Motorraum baumelt. Mein heissgeliebter Leatherman wirds schon richten. Da wir zwei Nächte hierbleiben werden, muss das aber nicht heute geschehen. Das grössere Problem ist der Regen, der nicht nur aufs Gemüt schlägt, sondern auch die Vorfreude auf die morgige Wanderung trübt.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Spitzentag. Die Gipfel des Cerro Fitz Roy zeigen sich nicht immer. Das wolkenlose Panorama ist eine verdiente Belohnung für die anstrengende Wanderung.

Am nächsten Morgen müssen wir uns mehrmals die Augen reiben, bevor wir das Gesehene wirklich realisieren können: Der Himmel ist blau und wolkenfrei. Vom patagonischen Wind auch keine Spur. Das ist selten und ein absoluter Glücksfall. Die ersten neun Wanderkilometer sind moderat und führen durch Wälder, über Flüsse und eine herrliche Hochebene. Die Spitzen des Fitz Roy, imposante 3405 Meter hoch, sind oft von Wolken verdeckt. Deshalb nennen die Einheimischen ihn Chaltén (der Rauchende). Doch heute ist der Berg bereits aus einiger Entfernung einwandfrei zu sehen. Das Glück ist eindeutig auf unserer Seite. Der letzte Kilometer bis zum Ziel, dem Lago de los Tres am Fusse des Fitz Roy, ist eine Qual. Es geht steil hinauf über enge Pfade und rutschige Felsen. Oben angekommen, sehen wir aber, dass sich die Mühe gelohnt hat. Wolken ziehen vor die Granitspitzen und der Wind nimmt patagonisch zu, aber das Bild aus grauen Felsen, türkisfarbigem Wasser und Gletschereis ist atemberaubend. Trotzdem steht kurz darauf der Rückweg an, da sich in der Ferne Regen ankündigt. In unseren Beinen stecken die zehn Kilometer hinweg. Dementsprechend anstrengend wird es – für mich mehr als für Julia. Wo diese Frau ihre Wanderenergie hernimmt, habe ich irgendwann aufgehört zu erforschen. Am frühen Abend erreichen wir wieder unseren Campingplatz. Wir sind müde, aber dankbar und glücklich. Ich bringe es tatsächlich fertig, in der Hocke vor der Heckklappe des Wagens kurz einzuschlafen. Perito Moreno. Etwa 300 Autokilometer weiter südlich von El Chaltén wartet bereits das nächste Naturspektakel. Argentinien hält so einiges bereit, sogar ein UNESCO-Weltnaturerbe: den Los-Glaciares-Nationalpark. Dieser Park beheimatet den Perito-Moreno-Gletscher, einen gigantischen Ausläufer des südpatagonischen Eisfeldes. Während die meisten anderen Gletscher unserer Erde dem Klimawandel zum Opfer fallen, weist der Perito Moreno keine klare Abnahmetendenz auf.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Mauer aus Eis. Das Blau des Eises schimmert je nach Sonneneinstrahlung in den unterschiedlichsten Tönen. Die Ausmasse des Perito-Moreno-Gletschers sind gewaltig.

Den ersten Blick auf den Gletscher werfen wir aus einigen Kilometern Entfernung. Sieht irgendwie kleiner aus als erwartet. Am Besucherzentrum stellen wir unsere Allradwohnung ab und werden nach wenigen Gehminuten erschlagen – im positiven Sinne. Jetzt sind wir nah dran, näher, als wir vermutet haben. Vis-à-vis der lang gezogenen Eiswand, die aus dem Lago Argentino herausragt, führen angelegte Stege und Treppen die Besucher am Gletscher entlang. Der Anblick wirkt beinahe unreal, wie mit einem riesigen Pinsel gemalt. Das Blau des Eises wechselt je nach Sonneneinstrahlung seine Farbe. Derart intensive Blautöne sieht man in der Natur nicht oft. In unregelmässigen Abständen hört man ein Rumoren aus dem Eisfeld, ein dumpfes Grollen und Knacken. Der Perito Moreno bewegt sich täglich weiter nach vorne. Und dann passiert das, wovon wir gelesen und gehofft haben, es mit eigenen Augen zu sehen. Mit einem gewaltigen Krachen brechen riesige Eismassen von der Gletscherkante ab und stürzen in den See. Wenn wir für jede Sekunde, die wir hier in Argentinien mit offenem Mund dastehen, Geld bekommen würden, dann könnten wir damit grosse Teile unserer Reise refinanzieren. Wir sind nicht die Einzigen, die sich dieses Schauspiel ansehen wollen. Die Stege und Aussichtsbalkone füllen sich mit Menschen, die den Gletscher wohl länger durch den Sucher ihrer Kamera als mit blossem Auge bewundern. Trotz der eintreffenden Busladungen nehmen wir andere Touristen nicht vordergründig wahr. Zu gross und faszinierend ist das vor uns liegende Eisfeld. «Komisch, irgendwie habe ich jetzt Lust auf ein Eis», sagt Julia und deutet auf das nahe gelegene Besucherzentrum. Da lasse ich mich nicht zweimal bitten. Aus Eis wird die sagenhafte Mischung aus Empanadas, Kuchen und Kaffee – das Mittagessen wäre damit schon mal abgehakt, und der Campingkocher bleibt kalt.
Das Ende der Welt. Klingt apokalyptisch, ist es aber nicht. Es handelt sich in diesem Fall um die in der Provinz Feuerland gelegene südlichste Stadt der Welt und nicht um einen Roland-Emmerich-Film. Mit dem Auto ist hier Endstation, weiter südlich kommt man nur noch mit dem Schiff. Die Antarktis ist von hier aus nur noch knappe 1000 Kilometer entfernt. Das ist nun wirklich der südlichste Punkt, den wir je bereist haben. Um auf dem Landweg nach Ushuaia zu gelangen, führt allerdings kein Weg an Chile vorbei. Eine Mischung aus Wasser und einer unpraktischen Grenzziehung zwingt uns, Argentinien zu verlassen, um kurz darauf wieder einzureisen.
Im Vorfeld versuche ich mir von Orten immer so wenige Vorstellungen wie möglich zu machen. Manchmal kann ich es aber nicht unterdrücken, und so war es auch bei Ushuaia. Was soll ich vom Ende der Welt erwarten? Nicht viel, dachte ich. Ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellt. Die Stadt ist grösser als gedacht, ohne jedoch wirklich eine Stadt zu sein. Umringt von Bergen liegt sie direkt am Beagle-Kanal, der Pazifik und Atlantik miteinander verbindet. Ushuaia strahlt trotz aller Touristenbesuche Ruhe aus. Wo wir unseren Ankunftskaffee trinken sollen, ist gar nicht so leicht zu entscheiden. Es gibt viele gemütlich wirkende Cafés entlang der Avenida San Martin, der Hauptstrasse. Wir schaffen es irgendwann, diese Herausforderung zu meistern. Die erste Nacht verbringen wir wenige Kilometer vor den Toren Ushuaias an einem kleinen Fluss. Die Möglichkeit, immer wieder an wunderschönen Naturplätzen übernachten zu können, begeistert uns ein ums andere Mal. Das Wetter war heute überraschend gnädig, bescherte uns zwar kalten Wind, geizte jedoch auch nicht mit Sonne. Kurz bevor wir gegen 22 Uhr in unser Zelt steigen wollen, zeigt das Thermometer 4,4 Grad Celsius. Und die Nacht bleibt kalt. Aber wir sind es mittlerweile gewohnt, mit Skiunterwäsche, Mütze, Wärmflasche und Daunenjacke im Schlafsack zu liegen.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Segel setzen. Auf dem Beagle-Kanal vor Ushuaia weht ein kalter Wind, dafür ist man noch näher an der Antarktis.

Wenn wir schon mal in Ushuaia sind, bietet sich eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal an. Auf diese Weise kommen wir der Antarktis noch ein Stückchen näher. Im Hafen können die Touren gebucht werden, es gibt unterschiedliche Veranstalter mit unterschiedlichen Bootsgrössen. Derartige Touristenausflüge sind eigentlich nicht unser Ding, aber ein Angebot fällt uns besonders auf: Segeln auf dem Beagle-Kanal. Auf der 14 Meter langen Segeljacht finden zehn Gäste und zwei Skipper Platz. Eine Gruppengrösse, die wir durchaus ertragen können. Als wir gegen 9.30 Uhr den Hafen verlassen, ist die Sonne noch zu schwach, um die Kälte des Windes auszugleichen. Freiliegende Hautstellen werden deshalb mit allem bedeckt, was zur Verfügung steht. Das Ergebnis sind Mumienselfies. Nicht schön, aber selten. Die Segel sind gehisst, und wir gleiten fast geräuschlos übers Wasser. Die Fahrt führt uns vorbei an riesigen Kormorankolonien, Seelöwen und dem um 1918 gebauten Leuchtturm, der heute noch den ankommenden Schiffen den Weg in den Hafen von Ushuaia weist. Nach fast vier Stunden erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein wieder den Hafen und haben kurz darauf festen Boden unter den Füssen. Wenn es nach uns gegangen wäre, dann hätten wir auch noch länger dort draussen bleiben können. Die Nacht verbringen wir im Nationalpark Tierra del Fuego, der nur wenige Autominuten von Ushuaia entfernt beginnt. Wenn man ständig die schönste Natur um sich herum hat, dann muss die Begeisterung doch irgendwann mal abnehmen, oder? Bestimmt, aber wir haben erneut einen traumhaften Übernachtungsplatz an einem kleinen Fluss gefunden, den ab und zu Wildpferde überqueren. Das ist nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, um mit Begeisterung zu sparen. Ganz ehrlich, es lohnt sich, bis ans Ende der Welt zu fahren.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.

Plattfuss. Es schadet nicht, beim Reifenwechsel ein paar helfende Hände (oder Pfoten) zur Seite zu haben.

Wein und Menschen. Wir haben den südlichsten Süden Argentiniens mittlerweile mit dem Flugzeug in Richtung Santiago de Chile verlassen, um dort erneut einen Camper zu mieten und um nach einigen Tagen in Chile wieder argentinischen Boden zu betreten. Vor uns liegen nun nicht nur Landschaften, die so ganz anders sind als das, was wir bereits auf unserer Südroute sehen durften, sondern auch bekannte Weinregionen. Die grösste und für Argentinien bedeutendste ist Mendoza. Die im Umland der gleichnamigen Provinzhauptstadt gelegenen Weingüter sind nicht immer auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Darüber hinaus sind sie in eine Umgebung eingebettet, die nicht unmittelbar als Weinregion zu identifizieren ist – jedenfalls nicht, wenn man in diesem Zusammenhang Italien oder Südafrika im Kopf hat. Der Rotwein ist jedoch hervorragend. Es klingt klischeehaft, aber wer Argentinien bereist und sich weder aus Steak noch aus Rotwein etwas macht, der verpasst etwas. Es mag ja sein, dass wir im Zelt schlafen, eine echte Dusche selten ist und wir unsere T-Shirts jeden Morgen nach olfaktorischen Kriterien auswählen, aber eine gute Flasche Rotwein gehört ab jetzt zur Standard-Campingausstattung. Die Weingüter bieten Führungen und Wine-Tastings an. Wenn man jedoch mit dem Auto unterwegs ist, dann fällt das Tasting für mindestens eine Person eher sparsam aus, und diese Person bin meistens ich. Aber das ist auch gut so, denn der sich sparsam am Wein bedienenden Person kann dann beispielsweise auffallen, dass es Probleme mit dem Fundament unserer Allradwohnung gibt. Ein Reifen scheint Luft zu verlieren. Das ist kein Drama, aber mir fehlt gerade das innere Bedürfnis, einen Reifen zu wechseln. Wir schaffen es noch bis zu unserem Campingplatz am Stadtrand von Mendoza, bevor dem rechten Vorderreifen endgültig die Luft ausgeht. Es braucht zwei Stunden, einen argentinischen Campingplatzbesitzer mit seinem Wagenheber und meine Wenigkeit, um den Reifen an einem chinesischen Pick-up zu wechseln. Ich spreche kein Spanisch und er weder Deutsch noch Englisch. Er sagt etwas auf Spanisch, und ich antworte auf Englisch, ohne verstanden zu haben, was er gesagt hat. Er versteht wiederum nicht, was ich auf Englisch geantwortet habe… aber am Ende ist der Reifen gewechselt. Als wir hier eintrafen, hätte ich sicher nicht darauf gewettet, dass dieser Herr einem Gringo wie mir behilflich sein würde, zu kühl und fast abweisend war sein Verhalten. Ich hätte es aber besser wissen müssen, schliesslich haben wir bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Am Anfang sind wir nie so ganz sicher, ob das einheimische Gegenüber uns mag oder sich wünscht, wir würden schnell wieder verschwinden. Nach kurzer Zeit merken wir jedoch meistens, dass hinter der abweisenden Schale ein sehr freundlicher und herzlicher Kern steckt. Es schadet nie, einen zweiten Eindruck abzuwarten. Hoch hinaus zum Finale. Unsere Tage in Argentinien sind gezählt, und auch unsere Reise neigt sich dem Ende entgegen. Von Salta aus geht es nun erneut in Richtung Chile und von dort aus schon bald wieder nach Hause. Drei Monate können sich sehr kurz anfühlen und ich überlege bereits, ob ich zu Hause im Garten ein Zelt aufstelle, so sehr haben wir uns daran gewöhnt. Julias Enthusiasmus hält sich jedoch in Grenzen, weshalb ich diese Idee schnell wieder verwerfe. Wer die Grenze überqueren möchte, der kommt nicht um einen der hoch gelegenen Andenpässe herum. Wir haben uns den Sico-Pass ausgesucht, da die Landschaft dort der Wahnsinn sein soll. Die höchste Stelle des Passes liegt 4580 Meter über dem Meeresspiegel. Der Weg ist zu lang und wohl zu schön, um ihn in einem Rutsch zu fahren. Mindestens zwei Nächte wären ideal, um die nötige Akklimatisierungsphase zu durchlaufen.

Höhenluft. Über den Sico-Pass geht es von Argentinien nach Chile. Auf über 4000 Metern Höhe gibt es Lagunen und dünne Luft.

Auftauen. Das Autorenpaar wärmt sich mit einer heissen Tasse Tee auf – am Ende der Welt herrscht raues Klima.

Wer meine Reisebegleiterin und Routenchefin kennt, der weiss, dass wir es so natürlich nicht gemacht haben – eine Nacht muss reichen, wir sind ja schliesslich jung und sportlich. Die erste Nacht verbringen wir also bereits im Dörfchen San Antonio de los Cobres, das nicht nur die Frage aufwirft, welche Kriegsfilme hier wohl schon gedreht wurden, sondern sich auch in einer Höhe von 3600 Metern befindet. Für die erste Höhennacht ist das einfach zu hoch! Das Ergebnis: Sauerstoffmangel mit einhergehendem Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Am nächsten Morgen sehe ich auch so aus. Kein schöner Anblick, dem ich versuche, mit zwei Schmerztabletten und Kaffee entgegenzuwirken. Der Erfolg stellt sich zum Glück bald ein. Ich werde zwar nicht schöner, aber Schwindel und Kopfschmerzen lassen nach. Vorerst, denn es geht nun noch weiter hinauf. Solange wir im Auto sitzen und Bewegungen auf ein Minimum beschränken, ist alles gut. Als wir aber an einer türkisblauen Lagune vorbeikommen, die von rotbraunen Bergen umgeben ist, müssen wir einfach aussteigen. Mangels Sauerstoffs fühlt sich der Gang ums Auto an wie ein Halbmarathon, aber das ist es wert. Wir haben grosses Glück und durften in den letzten Jahren schon viel von unserem Planeten sehen, aber das hier ist mit nichts zu vergleichen. Wir befinden uns auf über 4000 Metern Höhe, und um uns herum gibt es Berge, die noch viel höher in den blauen Himmel aufragen. Es ist schön, sich winzig zu fühlen. Die Grenze ist bald erreicht, und es wird Zeit, sich zu verabschieden – von unbeschreiblichen Wochen, die wir hier verbracht haben, und von süchtig machenden Landschaften. Wenn wir wieder zu Hause sind, wird die Frage kommen, was denn das Highlight war. Und wir werden darauf keine Antwort wissen, denn alles in allem war jeder Tag in Argentinien und Chile einzigartig.

René Simon ist 37 Jahre alt und mit Julia (33) verheiratet. Vor 3 Jahren kam Tochter Lea zur Welt. Mehrmonatige Reisen standen seitdem nicht mehr auf dem Programm, was aber vielmehr mit neuen beruflichen Herausforderungen zu tun hat als mit dem Nachwuchs. Denn wenn es nach Lea geht, dann dürfte ein Reiseabenteuer gerne das nächste jagen – und es müssen ja nicht immer gleich mehrere Monate sein… hier kannst du ihnen auf Instagram folgen: renesimon_onthemove

Die Reportage erschien erstmals im Globetrotter-Magazin Schweiz. Verpasse keine Ausgabe mehr und abonniere das Globetrotter-Magazin hier.
Audi Q8 50 TDI quattro: Vom Genfersee zum Bodensee im neuen SUV-Coupé

Audi Q8 50 TDI quattro: Vom Genfersee zum Bodensee im neuen SUV-Coupé

Audi Q8 50 TDI quattro: Vom Genfersee zum Bodensee im neuen SUV-Coupé

 

Sich Zeit zu lassen, gehört vielleicht nicht gerade zu den Stärken von Audi-Fahrern. Lange mussten sie warten, bis auch ihre Hausmarke ein SUV-Coupé im Sortiment hat. Hat sich das Warten gelohnt?

Wir sind mit dem Audi Q8 einmal quer durch die Schweiz gefahren. Und haben ihn über schneebedeckte Pässe gejagt, sind auf Autobahnen gecruist, in der City-Rush-Hour gestaut, aber auch eisige Waldwege unter die Räder genommen. Und ja, es hat sich gelohnt.

Erstens: Der Audi Q8 ist ein Coupé. Und damit sieht er per se schon mal schicker aus als sein Plattform-Bruder Audi Q7. Der Q8 fällt flacher (4 Zentimeter) und kürzer (7 Zentimeter) aus als der Q7, da der hintere Überhang verkleinert wurde. Dagegen wuchs die Breite um gut 3 Zentimeter.

Zweitens: Der Audi Q8 ist ein Coupé, was das Ladevolumen natürlicherweise einschränkt. Ein Paar Ski, ein Snowboard und alles was dazu gehört, bringt den Audi Q8 gepäckmässig schon an den Anschlag. Zwar gibt es beim 3 Meter Radstand viel Raum für die Mitfahrer mit wenig Gepäck – die Dreier Sitzanlage im Fond lässt sich auf Wunsch längs verschieben. Klappt man die Lehnen um, fasst der Gepäckraum bis zu 1’755 Liter. Eine vierköpfige Wintersport-Familie kommt in den Sporturlaub mit dem Q8 wohl nur mit einer Dachbox.

Breiter, flacher, kürzer

Audi Q8 50 TDI quattro

Audi Q8 50 TDI: 3,0-Liter-Sechszylinder-Dieselmotor, 210 kW/286 PS, 600 Nm, 48-Volt-Bordnetz, 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, Allradlenkung

In der Matrix

Los geht der Roadtrip mit dem Audi Q8 am Genfersee; noch ist es dunkel. Die HD-Matrix-LED Scheinwerfer mit je 24 Einzelleuchten erhellen jedoch jeden Zentimeter der Strecke und weit darüber hinaus. Aber die Entgegenkommenden werden trotz ultramässigem Volllicht nicht geblendet. An Schönheit kaum zu überbieten ist das UNESCO-Weltkulturerbe Lavaux, dessen Schönheit Prince im gleichnamigen Lied besang: “Take me to the vineyards of Lavaux, wanna see the mountains where the waters flow”.

Das Lavaux: Schöner kann eine Aussicht nicht sein.

Zum Glück hat der Audi Q8 neben vielen anderen Assistenzsystem nicht nur einen Spurhalte-Assistent, sondern auch eine automatische Abstandsregelung (ACC adaptive Cruise Control mit Stop & Go-Funktion). So können wir auf der Autobahn unbesorgt ein paar Sekunden länger zum Fenster rausschauen und staunen, wie hinter den Walliser 4000er Berge die Sonne aufgeht.

Wenn sich nach Montreux die steilen Berghänge erheben und das Ufer beim Schloss Chillon enger wird, sprechen wir den Satz “Ich habe Hunger”. Der Q8 empfiehlt uns den McDonalds an der nächsten Raststätte bei Yvorne; so vernetzt ist der Audi.

Schloss Chillon – das Wahrzeichen von Montreux

Fahrassistenten raus, Spass rein

Bei Aigle gehen wir von der Autobahn und schalten die Fahrassistenzsysteme aus. Wer die Gegend kennt, weiss den Grund: Die kurvenreiche Strasse rauf nach Ormont-Dessous.

Audi Q8 50 TDI quattro

Eine wunderschöne Bergstrasse mit tollen Beschleunigungspassagen, engen aber auch weiten Kurven, stets übersichtlich und breit genug, dem Gegenverkehr nicht in die Quere zu kommen. Je weiter wir hochfahren, umso verschneiter wird die Strasse und umso mehr hat der Quattro-Antrieb unsere Aufmerksamkeit. Weil es mit der gegen Aufpreis erhältliche aktiven Luftfederung, dem Wankausgleich und der Allradlenkung soviel Spass macht den Berg hoch zu donnern, gönnen wir uns einen Abstecher nach Leysin, wo noch mehr Schnee liegt. Dabei macht der perfekte Allradbetrieb keine Kompromisse – der Q8 ist ein Schneelöwe durch und durch.

Audi Q8 50 TDI quattro

Weiter geht die Tour de Suisse nach Ormont-Dessus wo sich allmählich das Hochtal öffnet und damit die Gelegenheit, dem 3,0-Liter-Sechszylinder-Dieselmotor und den 286 Audi-Pferden mit 600 Nm Schmackes zu geben. Man hat die Wahl zwischen sieben Fahrprogrammen, die unter anderem Lenkung, Antrieb und Aufhängung nach Wunsch konfigurieren. Das SUV-Coupé zieht in 6,3 Sekunden auf Tempo 100, theoretisch bis 245 km/h durch. Die Achtgangautomatik schaltet dabei schnell; noch mehr Freude macht es aber, wenn man selbst Hand an die Schaltwippen legt. Würde jetzt der Audi im mystischen Drachenorange von einer Drohne gefilmt werden, wäre das ein perfekter Werbespot. Abrupt endet dieser allerdings mit einer schleichenden Spassbremse auf vier Rädern vor uns.

Teuer, aber sparsam

Audi Q8 50 TDI quattro

Oder liegt es daran, dass wir schon im Kanton Bern sind? Auf der Tafel steht Gsteig – bei Gstaad. Wir kommen dem natürlichen Habitat des Q8’s also näher. Denn nur gut betuchte können sich den Q8 leisten. Los geht’s bei 94’700 Franken, allerdings ohne die vielen tollen Features, die unseren Audi Q8 50 TDI quattro tiptronic, satte 126’257 Franken kosten lassen. Er würde also perfekt in die Auffahrt eines der grosszügigen Chalets passen.

Audi Q8 50 TDI quattro

Aber noch besser passt der Audi Q8 auf die schnittigen Strassen des Saanenlandes und des Simmentals. Und das erst noch umweltfreundlich. Zwischen 55 und 160 km/h segelt das Schlachtschiff dank Mild-Hybrid MHEV ohne Motorantrieb. Der Verbrauch pendelt sich Überland bei knapp 8 Liter Diesel auf 100 Kilometer ein. Die vom Werk angegeben 6,4 Liter scheinen nicht sehr realistisch.

Cruising Buddy

Bei Spiez geht es auf die A8, immer schön dem Thunersee entlang. Und mit schön ist wirklich schön gemeint. Die Aussicht wird nur noch getoppt vom Brienzersee, vorbei am Instagram-Hotspot Iseltwald, weiter Richtung Haslital. Doch statt wie Sherlock Holmes hier zu enden, stechen wir links hoch auf den Brünigpass. Nicht nur ein Traum für Töfffahrern, sondern auch eine beliebte “Gib-ihm”-Strecke für Autos.

Leider ist der Brünigpass aber auch eine stark frequentierte Transportverbindung, die ebenfalls von Sattelschlepper genützt wird und nur wenig Spielraum zum Überholen bietet. Und weil der lettische Chauffeur wohl auch keine Rückspiegel hat, schleichen wir in einer Endlosschlange bergauf- und auf der Obwaldner Seite wieder runter. Wenigstens können wir dank Abstandsregler wieder die schöne Aussicht auf den Lungern- und Sarnersee geniessen, bevor die Karawane bei Hergiswil zum Stoppen kommt.

Audi Q8 50 TDI quattro

Schöner Stauen

Luzern mag für Touristen ein schöner Ort sein, aber zur Rush-Hour ist die Autobahn darunter eine Tortur. Und wenn es mal wieder vorwärts geht, machen die unzähligen Radargeräte die Fahrt auch nicht gerade entspannter. Dafür bekommt man ein hübsches Foto – auch eine Art Reisesouvenir.

Bei Sihlbrugg geht es rechts über den Hirzel, entlang am Zürichsee, über den Seedamm nach Rapperswil. Auch wenn der Verkehr vor dem historischen Städtchen immer staut, so ist dies wohl der schönste Ort dafür. Links der Zürisee, rechts der Obersee und vor einem das Schloss Rapperswil. Der adaptive Abstandsregler hängt sich ans Heck vom Vordermann und nimmt damit den Stress im Stotterverkehr.

Ostschweizer Schneepflug

Audi Q8 50 TDI quattro

Auf dem Ricken beginnt der Ostschweizer Winter – es hat im Toggenburg während mehrerer Tage geschneit. Die Schneemaden werden mit jedem Meter höher, was “mehr Fahrspass im Schnee” bedeutet. In den Kurven des Wasserfluh-Passes schwingt der 2,2 Tonnen schwere Audi Q8 sogar sein dickes Füdli, aber stets spurtreu und verkehrssicher. Bei den kleinen Ausreissern handelt sich um ein Plus von Fahrspass und nicht ein Minus an Sicherheit – das ist so gewollt.  Und weil der Kurvenrausch nie enden sollte, geht’s weiter nach Schönengrund und Urnäsch, wo zufälligerweise an diesem Tag die grösste Touristenattraktion des Appenzellerlandes stattfand: die Silvesterchläuse beim alten Silvesterumzug.

Traditionelle Silvesterchläuse in Urnäsch.

Rauf und runter

Die schönste Strecke an den Bodensee führt von Urnäsch via Hundwil nach Teufen, weiter Richtung Trogen. Spätestens hier würden sich sensible Mitfahrer ohne Wankausgleich übergeben müssen: Es geht rauf und runter, unzählige Brücken, Täler, Hügel und noch mehr Kurven, bis man schliesslich ins Biedermeier-Dorf Heiden kommt. Hier, wo Henri Dunant seinen Lebensabend verbrachte, fahren wir von Wolfhalden via Lutzenberg nach Rorschach am Bodensee.

400 Lieblingseinstellungen

Audi Q8 50 TDI quattro

Dort angekommen könnte man das Auto noch per App-Fernbedienung in die Parklücke steuern. Und sogar die Türen liessen sich per App öffnen. Ein weiteres Highlight ist der Fahrzeugschlüssel, auf dem sich bis zu 400 Lieblingseinstellungen speichern lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit: Nach gefühlten 100’000 Kurven gibt es kaum ein bequemeres Auto, das einem so freudig und sanft vorwärtsbringt wie der Audi Q8. Gut gemacht, dicker Brummer!

Technische Daten:

Audi Q8 50 TDI (3.0) Quattro (MHEV)

Länge x Breite x Höhe (m): 4,99 x 2,00 x 1,71, Radstand: 2,9 Meter, Motor: V6-Diesel, Turbo, Direkteinspritzung, Leistung: 210 kW / 286 PS von 3500 – 4000 U/min, Max. Drehmoment: 600 Nm von 2250 – 3250 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h, Beschleunigung: 0 auf 100 km/h: 6,3 Sek., Leergewicht: 2145 kg, Kofferraumvolumen: 605 Liter, erweiterbar auf 1755 Liter, Preis. Ab CHF 94’700.–

Im VW Amarok offroad durch die Schweiz und Europa

Im VW Amarok offroad durch die Schweiz und Europa

Im VW Amarok offroad durch die Schweiz und Europa

 

30’000 Kilometer, 16 Offroad-Trails, 1 Amarok

Die Suche nach den schönsten Offroad-Pisten führte das Team über 16 Stationen quer durch ganz Europa. Das Ergebnis ist eine Sammlung von 16 Trails, die manchmal herausfordernd, häufig überraschend oder einfach nur faszinierend sind. Aber allesamt sind legal befahrbar. Einer dieser Trails führt auch durch die Schweiz, im Val Schons nahe Andeer (Graubünden). 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem “AMAROK ADVENTURE GUIDE – OFFROAD IN EUROPA”

Die Idee für dieses Buch war so einfach wie aufregend: mit einem ganz besonderen Amarok und einem festen Team Europa erkunden. Immer auf der Suche nach Pisten, die man befahren darf, die man bewältigen kann und die Lust auf mehr machen. Solche Strecken gibt es nicht an jeder Ecke, aber doch öfter, als man vielleicht annimmt. Die Basis bildete ein in leuchtendem Grün folierter Amarok mit serienmässiger V6-Motorisierung, aufgerüstet mit Beleuchtung, Unterfahrschutz und Seilwinde. Ebenfalls an Bord: Kameras! Auf der grossen Europafahrt sind nicht nur Tausende Bilder entstanden, sondern auch spannendes Filmmaterial, das einen weiteren tiefen Einblick in die Abenteuer der Crew ermöglicht.

Das Abenteuer “Val Schons” kann beginnen.

 

 

Der VW Amarok erweist sich als unerschütterlicher Begleiter.

Abseits befestigter Strassen und Wege zu fahren, verlangt einiges an Können, manchmal etwas Überwindung und natürlich viel Übung. Grundsätzlich gelten aber 2 wichtige Regeln: nicht alles was gefahren werden kann, musst du fahren. Und wenn du fährst, dann immer so schnell wie nötig und so langsam wie möglich. 10 weitere Tipps für sicheres Offroad-Fahren gibt es hier von den Profis

Wer die Hektik des Alltags hinter sich lassen will, folgt im Val Schons einem der vielen Seitenwege. Dort warten atemberaubende Ausblicke – und jede Menge Idylle.

Im vierten Akt von »Wilhelm Tell« würde jetzt Landvogt Gessler durch die hohle Gasse kommen. Aber Friedrich Schillers Drama ist datiert auf 1804, nicht auf das 21. Jahrhundert. Außerdem führt der schmale Pfad nicht nach Küssnacht, wie im berühmten Theaterstück um den Freiheitskämpfer, sondern nach Sufers. Und deswegen reitet auch kein unbeliebter Tyrann durch den Wald im Schams-Tal. Stattdessen knirscht Kies unter den Rädern des VW Amarok, der – unbehelligt von Hinterhalten – auf drei unterschiedlichen Offroad-Strecken rund um Andeer unterwegs ist. Sie führen durch verwunschene Wälder, entlang saftiger Almwiesen oder in die hochalpine Zone jenseits der Baumgrenze. Die Bandbreite reicht von gemütlich bis herausfordernd.

Still ruht der See: Oberhalb des spiegelglatten Lago di Lei schraubt sich die Schotterpiste den steilen Hang hinauf

Die Berge rings um Andeer sind von einem Netz unbefestigter Wege durchzogen, die zu privaten Hütten führen, auf Almen auslaufen oder einfach im Nichts enden.

Das Befahren ist grundsätzlich möglich, bedarf aber vorheriger Genehmigung durch die Gemeinde

Trail 1: Durch den Wald ins Hochtal

Start: N 46° 35‘ 58.0“ / O 9° 25‘ 10.7“
Ziel: N 46° 34‘ 20.3“ / O 9° 22‘ 04.3“
Länge: ca. 7 km
Beschaffenheit: Naturweg, teilweise steinig

Der erste Trail führt zwischen Andeer und Sufers durch den Wald in ein Hochtal, in dem sich ausgedehnte Weiden erstrecken. Auf knapp 2’000 Metern Höhe weidet das Vieh im Frühjahr, bevor es hinauf auf die richtigen Almen geht.

Die Hütten und Ställe der sogenannten Maiensässe werden nicht mehr alle von den Bauern genutzt, einige wurden inzwischen zu Wochenendhäusern umfunktioniert

Beim Blick in die Runde breitet sich tiefe Entspannung aus. Hügel, so weit das Auge reicht.

Darin eingebettet: ein kleiner See. Im Westen ragen weiß die Splügener Kalkberge auf, die mit Teurihorn, Steilerhorn und den Pizzas d‘Anarosa knapp 3’000 Meter erreichen. Durch das Hochtal schlängelt sich der Trail Richtung Süden, kurz vor Sufers taucht er wieder in den Wald ein. Dem VW Amarok begegnet eine Gruppe Mountainbiker, die im kleinen Gang bergauf keuchen. Sie wollen noch bis zur Hütte am Cufercalhorn auf 2’385 Meter strampeln. 

Der VW Amarok gewinnt auf dem Hochplateau noch einmal 200 Höhenmeter, unbeirrt zieht der V6-Turbodiesel den Pickup den Anstieg hinauf

Trail 2: Hinauf auf eine Hochebene

Start: N 46° 28‘ 53.8“ / O 9° 27‘ 26.5“
Ziel: N 46° 28‘ 34.4“ / O 9° 28‘ 08.9“
Länge: ca. 3 km
Beschaffenheit: steinig, teilweise grob

Etwa 20 Kilometer südlich von Andeer, direkt an der Grenze zu Italien, windet sich ein ganz anders gearteter Trail hinauf auf eine Hochebene. Die Piste ist anspruchsvoller als im Wald von Andeer. Der Weg ist steinig, dennoch ohne Vierradantrieb befahrbar. Die Kehren sind so eng, dass dem VW Amarok das Rangieren gerade noch erspart bleibt. Aus Baumstämmen gezimmerte Lawinenschutzzäune lassen die Gefahren erahnen, die das steile Gelände im Winter birgt. Trotz der Barrieren ist von den Hängen abgebrochenes Geröll auf der Fahrbahn verstreut und lässt an einigen Stellen kaum eine schmale Spur frei. 

Trotz der Barrieren ist von den Hängen abgebrochenes Geröll auf der Fahrbahn verstreut und lässt an einigen Stellen kaum eine schmale Spur frei

Nun kreuzt Schmelzwasser den Pfad und fordert Vierradantrieb und Bodenfreiheit des VW Amarok.

Gleich danach versperren kleinere Steinhaufen den Weg. Trotz Kriechgang und Vorsicht am Lenkrad kratzt es hin und wieder an einer der Metallplatten unter dem Motor, Getriebe und Differenzialen. Der Trail endet oberhalb der Baumgrenze auf 2’200 Metern Höhe in Form einer Furgga, eines Passes. Dichter Wald versperrt die Weiterfahrt ins Nachbartal. Dort führt eine Strasse nach Juf, eine der höchstgelegenen Siedlungen Europas (2’126 Meter). Vielleicht ein anderes Mal. Jetzt schweift der Blick zurück zur imposanten Staumauer und zur spiegelnden Wasseroberfläche des Lago di Lei.

Der lang gestreckte See zwängt sich zwischen schneebedeckte Dreitausender, die den Vornamen Piz tragen

Furgga und Piz sind zwei Begriffe, die auf die historischen Wurzeln dieses Teils der Schweiz verweisen. Im Val Schons ist Rätoromanisch die Ursprache.

Davon zeugen in Andeer zahlreiche Inschriften auf Häusern, Ortsnamen oder Bezeichnungen auf Wegweisern

Trail 3: Auch die Bergflanke im Osten Schams-Tals hält einen Trail bereit

Start: N 46° 36‘ 55.5“ / O 9° 26‘ 29.6“
Ziel: N 46° 36‘ 31.1“ / O 9° 28‘ 00.8“
Länge: ca. 7 km
Beschaffenheit: Naturweg, teilweise steinig

Ausgehend vom Ort Pignia klettert er durch den Wald zunächst auf knapp 2’000 Meter bis zu den zwei Dutzend Häusern des Maiensässes Bavugls. Ausserhalb der Siedlung wechselt die Landschaft schlagartig. Statt Bäumen säumen nun Almwiesen den Weg. Dann versickert die Piste im Gras – um die Natur unberührt zu lassen, bleibt nur noch die Option Umdrehen. Nicht, ohne zuvor die Fernsicht zu geniessen: hinunter zum mehr als 1’000 Meter tiefer liegenden Andeer und den Hinterrhein entlang nach Norden, bei schönem Wetter bis Domleschg. 

Auf dem Rückweg dämmert es langsam im Val Schons, die untergehende Sonne wirft Farbe auf die umliegenden Berge. Der beinahe schon dunkle Wald ist still und angenehm kühl. Boden und Steine bedeckt ein grüner Teppich aus Moos, die Nadelbäume rücken undurchdringlich dicht zusammen, der Pfad wird immer schmaler – wie in einem Märchenwald.

Hinter der nächsten Biegung könnte Landvogt Gessler auf dem Pferd daherreiten. Rein theoretisch.

Den  AMAROK ADVENTURE GUIDE kann man hier bei OrellFüssli bestellen.

Roadtrip in die steirischen Berge im VW Arteon

Roadtrip in die steirischen Berge im VW Arteon

Roadtrip in die steirischen Berge im VW Arteon

 

Unser Praxistest führt uns in die steirischen Berge Österreichs. Altaussee mit seinem zauberhaften See und den mächtigen Bergen bis hin zum Dachstein sind die perfekte Kulisse für den Arteon.

Roadtrip in die steirischen Berge

Spot on: VW Arteon 4Motion

Was soll man erwarten von einem Mittelklasse Coupe? Langstreckentauglichkeit und Komfort steht hier sicher ganz oben auf der Liste, aber der goldene Arteon mit dem “R” im Schriftzug und 4Motion auf dem Heck scheint mehr zu können.

VW Arteon 4Motion Heck

Langstreckentauglichkeit

Der Arteon rangiert oberhalb des Passat, mit seinem Raumgefühl kommt es sogar an den früheren Phaeton heran. Trotz 20 Zentimeter kürzeren Abmessungen, ist die Beinfreiheit im Fond gegenüber dem einstigen Flaggschiff hervorragend und so können bequem vier Erwachsene gemeinsam verreisen.

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

Auf der 560 Kilometer langen Strecke spielt der Arteon seine Vorzüge aus, die Sitze bieten einen guten Halt ohne unbequem zu werden und die Assistenzsysteme führen den Volkswagen wie auf Schienen seinem Ziel entgegen. Der TDI mit 240 PS muss seine Leistung auf einer Strecke die ausschliesslich aus Geschwindigkeitsbegrenzungen besteht zwar nicht entfalten, es ist jedoch ein sehr beruhigendes Gefühl jederzeit mehr Leistung abrufen zu können. Das ist ganz anders sobald die Bergstrassen erreicht werden und die Kombination aus Allrad, 7 Gang-DSG-Automatik und 2.0 TDI mit exakt 239 PS die Synergien nutzen und aus 4Motion nur noch Emotion wird.

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

Auch der Dynamic Light Assist der die Voll-LED Scheinwerfer steuert ist nochmals um einiges besser geworden als die bisherigen in anderen Modellen verbauten Systeme. Den das System hat jetzt Zugriff auf die GPS Daten und nach vorne gerichteter Kamera diese Kombination macht den Fahrer zum “Hellseher”, denn Kurven werden ausgeleuchtet bevor der erste Lenkeinschlag erfolgt. Ein enormes Plus an Sicherheit und Komfort.

VW Arteon 4Motion Front links mit Berpanorama

Ladevolumen

Mit 563 Litern ist der Arteon im Mittelfeld wenn man die nüchternen Zahlen ansieht, doch in der Praxis passen ohne Probleme 2 Samsonite Schalenkoffer liegen nebeneinander in den Kofferraum. Dies ist nützlicher als der ein oder andere Liter mehr Volumen, ist doch so der Raum perfekt ausgenützt und darüber noch genügend Platz für Schneeschuhe, Sorel-Winterboots und vieles mehr.

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

Handling – auch auf Eis und Schnee

Für den Arteon wurden eigens neue Adaptivdämpfer entwickelt und lassen das DCC-Fahrwerk von extrem komfortabel bis hin zu sportlich voreinstellen. Aber auch im Automatik-Modus reagiert das Fahrwerk in Bruchteilen einer Sekunde und passt das es an.

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

4Motion macht Emotion

Spannend wird es sobald der Asphalt von Schnee und Eis bedeckt wird, hier kommt die Lamellenkupplung des 4Motion in Kombination mit dem aktiven Fahrwerk und den Assistenzsystemen zum Tragen. Trotz wiedriger Bedingungen ist das Fahrgefühl gut und sicher.

Alles in allem ist der Arteon keine Rennmaschine, aber ein hervorragend motorisiertes Auto mit grosszügigen Raumgefühl und genügend Potential Spass mit ihm zu haben. Wer vernünftig denkt wird zuerst den günstigeren Passat ins Auge fassen, aber der Test hat gezeigt, das mit dem Arteon zu rechnen ist.

 VW Arteon 4Motion vor Hotel

VW Arteon 2.0 TDI 4Motion – Technische Daten:

Fünftürige, fünfsitzige Limousine der gehobenen Mittelklasse; Länge: 4,86 Meter, Breite: 1,87 (mit Aussenspiegeln: 2,13) Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,84 Meter, Kofferraumvolumen: 563 – 1.557 Liter

2,0-Liter-Vierzylinder-Biturbo-Diesel, 176 kW/240 PS, Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe, maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1.750 – 2.500 U/min, 0-100 km/h: 6,5 s, Vmax: 245 km/h, Normverbrauch: 5,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoss: 152 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Testverbrauch: 7,2 Liter/100 Kilometer

Preis: ab 50’350 Franken

 VW Arteon 4Motion Heck

Kurzcharakteristik:

Warum: frischer als alle anderen VW-Modelle, etwas feiner als ein Passat
Warum nicht: letztlich doch zu viel Golf und Passat
Was sonst: vielleicht doch lieber den günstigeren Passat

Roadtrip in die steirischen Berge

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

VW Arteon 4Motion fährt auf Schnee bedeckter Strasse

Roadtrip in die steirischen Berge

 

MerkenMerken

MerkenMerken

Roadtrip mit dem Ford Kuga Vignale

Roadtrip mit dem Ford Kuga Vignale

Roadtrip mit dem Ford Kuga Vignale

 

Plus d’informations… // Maggiori informazioni… // More information

Um schnell vorwärts zu kommen nehmen wir mit unserem Ford Kuga ab Zürich zuerst die Autobahn Richtung Chur und fahren dann nochmals ein Stück über die A13 um via Albula-Pass unseren kleinen Roadtrip in die Lenzerheide geniessen zu können. Das Reisen auf langen Strecken ist mit dem Kuga bereits in der Standardausstattung durch Verkehrszeichenerkennung und Tempomat sehr angenehm – aber die Sonderausstattung im Ford Kuga Vignale mit serienmässiger Lederausstattung macht es einfach noch ein bisschen luxuriöser: nicht nur optisch, denn die Ledersitze sind sehr bequem und bieten auf den Passstrassen perfekten Seitenhalt. 

Kurz vor dem Ziel halten wir noch schnell in der Käserei in Lain, denn der Hoteldirektor Ralph Treuthardt gab uns bereits vor der Anreise den Tipp, dort einen kurzen Stopp einzulegen. Von Lain aus führt eine kleine Strasse – die im Winter als Schlittelbahn dient – in wenigen Minuten hoch zum Maiensäss-Hotel Guarda Val.

Einfach nur etwas mit dem Kuga Vignale cruisen, aber die Zeit drängt etwas und wir beeilen uns…

Im Guarda Val angekommen, werden wir sehr herzlich empfangen. Noch schnell den Rucksack mit der Bergkleidung aus dem Auto genommen – den Rest werden wir wohl noch nicht brauchen – und schon geht es mit  Stefan dem “Freizeit-Designer des Hotels” in Richtung Alp Got. Wer die gut 45 Minuten nicht zu Fuss machen kann, der wird mit dem kleinen 4×4 Bus bis zur Alp gebracht. 

Eine Traumhafte Aussicht, die “Mungga-Familie” direkt vor der Türe und der Geruch von sonnenerwärmten Holz, den die Alp abstrahlt, lassen uns binnen Sekunden herunterfahren und den “Geniessermodus” starten.

Kein Strom, kein WiFi, nur die Natur und eine Box mit Postkarten warten darauf geschrieben zu werden. Manche sagen dazu „Digital Detox“, wir sagen dazu Entspannung pur. Denn wenn der erste Schock erst einmal überwunden wurde, lässt es sich ohne iPhone, IPad und Co herrlich auf der Alp Got abschalten.

Gleich nach der Ankunft auf der Alp schüren wir den kleinen Holzofen in der Küche an und stellen einen Topf Wasser auf den Herd – so wie es unsere Grossi früher gemacht hat – und erkunden die Vorräte, die uns vom Maiensäss Hotel Guarda Val bereits auf die Alp gebracht wurden. Was wir finden, erfreut jedes romantisch angehauchte Herz! Käsefondue, ein Rezept und die Zutaten für Bündner Gerstensuppe und vieles mehr vom Z’morge bis zum Z’nacht bei Kerzenschein.

Auf der Alp dauert alles etwas länger und nimmt sofort die Hektik des Alltags. Neben dem Tischdecken müssen wir immer wieder Holz nachlegen und hören, wie das Holz im Ofen mit jedem Stück lauter knistert. Gleichzeitig wird das Fondue auf dem Holzofen in der Küche langsam auf die richtige Temperatur gebracht und es duftet die ganze Alp herrlich nach Käse… nach der ein oder anderen Flasche Graubündner Weins fallen wir bei absoluter Dunkelheit und herrlichem Sternenhimmel ins gemütliche Bett. 

Am nächsten Morgen geht der Blick sofort nach draussen, es hängen tiefe Wolken direkt über der Alp, aber anstatt uns zu ärgern geniessen wir diese mystische Stimmung und legen ein Stück Holz im Ofen nach …

Der Weg ist das Ziel und so starten wir von der Alp unsere erste Erkundungstour. Die Entscheidung ist eigentlich ganz leicht, denn es geht nur rauf oder runter. Wir haben uns für rauf entschieden und es nicht bereut.

Auf dem Weg nach oben wird der Nebel und die Wolken immer lichter, aber die mystische Stimmung bleibt und verwandelt diesen sonnenverwöhnten Fleck in eine romantische Landschaft, wo hinter jeder Nebelschwade etwas Neues auf uns wartet.

Wandern macht hungrig, aber es ist trocken geblieben und die Luft ist herrlich frisch, daher kochen wir die Bündner Gerstensuppe direkt vor der Alp Got in der Glut. Das Holz finden wir direkt vor der Alp. Wie bei allem wurde auch hier von den Gastgebern an alles gedacht, aber trotzdem muss man auch selbst noch etwas Hand anlegen. Wer jedoch mit einer Vegetarierin in die Bündner Berge reist und Gerstsuppe kochen soll, hat im Normalfall eine wichtige Geschmackskomponente nicht dabei – das Raucharoma des Fleisches. Anders diesmal, denn der Rauch des Feuers verleiht der Suppe das richtige Aroma und Fleisch ist für einmal vergessen.

In der Hitze haben wir erst kurz das Gemüse angebraten und dann mit Quellwasser aufgegossen und die Gerste hinzugegeben. Wie bei allem auf der Alp ist es auch bei der Gerstensuppe, gut Ding musse Weile haben und so dauert alles seine Zeit. Aber das Ergebnis ist lecker!

Am Nachmittag zieht der Himmel auf und der Spaziergang wird zu Erlebnis für die Sinne, denn die feuchte Luft wird von der Sonne erwärmt und setzt die Gerüche von Wald, Wiesen und Blumen frei.

Nach einer ausgedehnten Tour von der Alp Got über Lain bis zum Hotel kommt das Fussbad genau richtig. Eine kleine Kneip-Kur bevor es für eine ausgedehnte Dusche in die wunderschöne Suite mit Badewanne unter den Sternen geht. Apropos Sterne … nach der Selbstverpflegung auf der Alp ist unser erster Abend im Michelin-Sterne-Restaurant des Hotels ein Kontrastprogramm, dass es nur hier oben gibt.

Die zwei kommenden Tage geniessen wir im Maiensäss Hotel Guarda Val. Nun können wir uns von oben bis unten verwöhnen lassen und den Komfort dieses wunderschönen Hotels mit seinen ganz individuellen historischen Häusern, die zusammen das Hotel ergeben, erleben. 

Da will sich der Ford Kuga Vignale natürlich nicht lumpen lassen und verwöhnt uns mit seinem chicen Interior-Design auf unseren Tagesausflügen durch die Büdner Berge ebenfalls. Im Kuga-Werk in Valencia wird im Vignale-Center mit Handarbeit ein besonderes Finish realisiert. Die Sitze werden zum Beispiel mit feinem Windsor-Leder bezogen und mit auffälligen Steppnähten versehen. Letztere finden sich auch in den Türpanelen und auf dem Armaturenbrett wieder. 

Zu den Besonderheiten der Vignale-Modelle zählen neben serienmässigen Assistenzsystemen, Leichtmetallfelgen, Lederausstattungen und speziellen Farben auch der für diese Ausstattungslinie typische Sechseckmuster-Kühlergrill. Darüber hinaus bietet Ford auch besondere Dienstleistungen an, wie einen Hol- und Bringdienst bei Werkstatt-Terminen oder eine über 24 Stunden besetzte Hotline, die zum Beispiel auch Karten für verschiedene Veranstaltungen organisieren kann. 

Vier erlebnisreiche Tage gehen zu Ende und wir machen uns wieder auf den Weg ins Unterland. Dabei nehmen wir aber noch den ein oder anderen Umweg durch die herrliche Natur mit. 

 

Ford Kuga Vignale 1.5 EcoBoost Powershift AWD – Technische Daten

Ford folgt dem allgemeinen Trend zum Downsizing: Weniger Hubraum, dafür viel Leistung im Bedarfsfall per Turbounterstützung. Die sogenannten Ecoboost-Motoren werden in immer mehr Modelle eingebaut, so auch im Kompakt-SUV Ford Kuga. 

Viertüriges, fünfsitziges SUV der Kompaktklasse; Länge: 4,54 Meter, Breite: 1,86 Meter (mit Aussenspiegeln: 2,09 Meter), Höhe: 1,76 Meter, Radstand: 2,69, Meter, Kofferraumvolumen: 456 – 1’653 Liter

1,5-Liter-Benzinmotor, 6-Gang-Automatik, 134 kW/182 PS, maximales Drehmoment: 240 Nm bei 1’600–3’000 U/min, 0-100 km/h: 10,1 s, Vmax: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,4 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoss: 171 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D, Preis: ab 40’500 Franken. Unser Testfahrzeug für diesen Roadtrip war zusätzlich mit folgenden Optionen ausgestattet: Drive Assistance Pack: CHF 1’100; Family-Pack: CHF 100; Sony Navigationssystem Premium inkl. DAB+: CHF 200; Panorama-Schiebedach: CHF 990; Adaptiver Tempomat: CHF 750; 19″Leichtmetallräder Y-Speichen-Design: CHF 900.

Ein Roadtrip mit Marc Sway im Volvo XC90

Ein Roadtrip mit Marc Sway im Volvo XC90

Ein Roadtrip mit Marc Sway im Volvo XC90

 

Marc Sway ist offizieller Markenbotschafter von Volvo. Wir wollten wissen, warum sich der Schweizer mit brasilianischen Wurzeln für einen kühlen Schweden entschieden hat. Wir durften ihn zwei Tage lang begleiten und in einem ganz persönlichen Gespräch verrät uns Marc, warum er gerne Volvo fährt und was ein Hundebesitzer mit einem Autofahrer gemeinsam hat…