Ford Ranger Raptor, ein wüster Fahrbericht

Ford Ranger Raptor, ein wüster Fahrbericht

Ford Ranger Raptor, ein wüster Fahrbericht

 

Zwar fristen Pick-ups immer noch ein Nischendasein, doch das Interesse an den Hochbeinern mit Ladefläche wächst: Ford ist mit dem Ranger absoluter Marktleader in der Schweiz, vor VW Amarok, Nissan Navara, Toyota Hilux und Co. Mit der steigenden Nachfrage, wächst auch die Variantenvielfalt: Mit diversen Sondermodellen betonen die Hersteller mal die Lifestyle-Seite, mal die praktischen Gene ihrer Lastesel. Oder demonstrieren Geländetauglichkeit, wie der neue Ford Ranger Raptor, der seit Ende Mai beim Händler aufwartet.

Ford Ranger Raptor: höher, breiter und stabiler

Als Vorbild hat sich der Ranger den grossen F-150 Raptor genommen und die Raptor-Formel ist schnell erklärt: höher, breiter und stabiler. Konkret bedeutet das, dass der Ranger Raptor mit 2,18 Metern von Spiegelkante zu Spiegelkante fast 17 Zentimeter mehr misst und das Standardmodell in der Höhe um fünf Zentimeter überragt. Im gleichen Mass hat die Bodenfreiheit zugelegt, 28,3 Zentimeter Luft sind zwischen Ford und Erdboden; damit gehen freilich auch eine höhere Wattiefe (85 Zentimeter) und grössere Böschungs- und Rampenwinkel, also noch bessere Offroad-Fähigkeiten einher. Neben dem obligatorischen Zuschalt-Allrad und der Geländeuntersetzung ist beim Raptor auch noch das Sperrdifferenzial an der Hinterachse Serie – und ein verstärkter Unterfahrschutz. Übrigens: Als einziger Ranger überhaupt setzt der Raptor hinten an der Starrachse nicht auf Blattfedern, sondern auf eine Mehrlenkerachse mit Watt-Gestänge und Schraubenfedern, was auch im Gelände höhere Geschwindigkeiten erlaubt. Dass bei der Entwicklung die Ford-Performance-Abteilung ihre Finger im Spiel hatte, wird auch beim Blick auf die Stossdämpfer deutlich: Beim Ranger Raptor sind rund um Hochleistungs-Dämpfer von Fox verbaut, die sonst vor allem im Offroad-Sport-Bereich zu finden sind. Sie sorgen für maximale Dämpfung im Gelände und ein strafferes Fahrverhalten auf der Strasse.

 

In die Sport-Kerbe schlägt auch der Baja-Modus des Terrain-Management-Systems: Neben den Stufen Gras/Schotter/Schnee, Schlamm/Sand und Felsen bereitet die von der mexikanischen Offroad-Rallye Baja 1000 inspirierte Gangart den Ranger auf High-Speed-Fahrten durchs Gelände vor. Die hat der Raptor in der marokkanischen Wüste bravourös gemeistert, und wahrscheinlich hätte der robuste Unterbau noch mehr vertragen; doch wie so oft, stösst der Fahrer, wenn meterhohe Sandwellen über die Motorhaube schwappen und die Sicherheitsgurt mit dem Festhalten kaum mehr hinterher kommen, schneller an seine Grenzen als die Technik.

Für alle, die auch auf der Strasse flott unterwegs sein wollen, gibt es noch einen speziellen Sportmodus, der Motor und Getriebe Beine macht. Dabei steckt immer das neue Top-Aggregat unter der Haube, denn beim Antrieb hat man als Kunde keine Wahl: Der Raptor fährt immer mit Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit sequenzieller Turbo-Aufladung vor. Das Triebwerk entwickelt 156 kW/213 PS und stemmt maximal 500 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Verwaltet wird die Kraft von einer Zehngang-Automatik, die auch im F-150 und Mustang ihren Dienst tut. Dass Ford den Raptor nicht mit dem legendären Fünfzylinder-Diesel anbietet, hat einen simplen Grund: Der schafft die ab September 2019 geltenden, neuen Abgasrichtlinien nicht und fliegt dann ganz aus dem Programm.

Ford Ranger Raptor – Technische Daten:

Pick-up, Länge: 5,37 Meter, Breite: 2,03 Meter (2,18 Meter mit Aussenspiegel), Höhe: 1,87 Meter, Radstand: 3,22 Meter, Ladefläche: 1,58 Meter lang, 1,56 Meter breit, Leergewicht: 2.510 kg

Antrieb:
2,0-Liter-BiTurbo-Vierzylinder-Diesel, automatisches Zehngang-Getriebe, 156 kW/213 PS, maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1.750–2.000 U/min, 0-100 km/h: 10,6 s, Vmax: 170, Durchschnittsverbrauch: 8,9 Liter, CO2-Ausstoss: 233 g/km, Abgasnorm: Euro 6c, Effizienzklasse: k. A., da Lkw-Zulassung, Preis: ab 66.770,90 Euro

Ford Ranger Raptor – Kurzcharakteristik

Warum: Weil er der coolste und offroad-tauglichste Ford Ranger ist.
Warum nicht: Weil jeder Pick-up im Alltag unpraktisch ist.
Was sonst: VW Amarok, Mercedes X-Klasse, Nissan Navara, Toyota Hilux, Mitsubishi L200

Ford Ranger, ein Pick-up für alle Fälle

Ford Ranger, ein Pick-up für alle Fälle

Ford Ranger, ein Pick-up für alle Fälle

 

Er ist so etwas wie der heimliche Bestseller in der Ford-Familie, führt souverän die Verkaufshitparade seiner Spezies an – und ist dennoch weithin unbekannt. Jetzt bekommt der Pick-up Ford Ranger eine Rundumerneuerung.

Seelisberg. Ford hat sich den Ranger vorgeknüpft. Der bis zu 5,35 Meter lange Pick-up kostet jetzt mindestens 24’750 Franken, dann allerdings nur mit Heckantrieb. Unter der wuchtigen Haube, deren Design jetzt an die US-Ikone F150 erinnert, werkelt ein Fünfzylinder-Diesel mit 147 kW/200 PS, der schon nach der Papierform eine gute Figur macht. Die Durchzugskraft von 470 Newtonmetern steht dem Riesen gut. Die mögliche Spitze von immerhin 175 km/h ist für die Fans, die für diese Version gut 44’800 Franken ausgeben müssen, eher Nebensache.

4x4Schweiz-News: der neue Ford Ranger Pick-up Heckansicht vor See

Natürlich rollt der Ford Ranger im Normalbetrieb mit Heckantrieb. Sollte der Wunsch aufkommen, mal ins Unwegsame abzubiegen, reicht ein kleiner Dreh am Schalter in der Mittelkonsole. Die Vorderachse kommt ins Spiel, die Elektronik verteilt die Antriebskraft gerecht auf alle vier Räder. Dann allerdings ändert sich das Fahrverhalten abrupt. Bleibt man auf griffigem Untergrund müht sich der Zweitonner nur widerwillig um enge Kurven und beansprucht einen recht üppigen Wendekreis. Die Lehre daraus: Allrad nur, wenn´s schlammig, sandig oder glatt unter den Rädern wird. Denn der Ranger ist ein lupenreiner Geländewagen, den auch Wasserdurchfahrten bis zu 80 Zentimetern Tiefe nicht schocken, der über Böschungen krabbeln kann und der eine Schräglage bis zu 35 Grad akzeptiert.

4x4Schweiz-News: der neue Ford Ranger Pick-up

Unser Ford Ranger hatte eine Doppelkabine – eine von drei Karosserievarianten, es gibt auch eine zweisitzige Version und eine mit schmaler Rückbank. Hier bietet er fast schon PW-Komfort, auf Wunsch beledert und mit vielen weiteren zeitgemässen Details. Die Preisliste bietet Internet-Anbindung mit speziellen Ford-Apps, Satellitenradio oder ein neues Navigationssystem mit Sprachsteuerung und jetzt 20,3 Zentimeter grossem Monitor. Bestellbar sind auch Abstandsradar, Rückfahrkamera, Einparkhilfe und manches mehr. So soll der Riese auch für Freizeitsportler interessant werden, die auf der 1,55 Meter langen Ladefläche diverse Geräte transportieren können. Auch die Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen spricht für den Ford Ranger als Spielgefährten.

4x4Schweiz-News: der neue Ford Ranger Pick-up, Cockpit 4x4Schweiz-News: der neue Ford Ranger Pick-up, Interior und Cockpit 4x4Schweiz-News: der neue Ford Ranger Pick-up, AWD, 4WD Schalter

Die Bilanz nach einer Tour, die auch mal ins Gelände führte: Der Ranger ist geeignet für Profis und Individualisten mit besonderem Anspruch. Er fährt sich problemlos, solange man sich nicht in verwinkelte Altstädte verirrt oder einen Parkplatz in der City sucht. Der Verbrauch des starken Diesels von im Schnitt zehn Litern auf 100 Kilometer ist erträglich, der Komfort besser als das klobige Äussere vermuten lässt. Kritiker solcher Mobile können dennoch beruhigt sein: Man muss sich schon lange an einen Strassenrand stellen, bis man einen Ranger in freier Wildbahn erspähen wird.

Mehr Bilder und den Fahrbericht lesen Sie im nächsten eMAG

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Ford Ranger Facelift

Ford Ranger Facelift

Ford Ranger Facelift

Bei Nutzfahrzeugen sparen sich die Hersteller meist aufwendige Design-Liftings. Der Ford Ranger macht da eine Ausnahme. Der Pick-up Ford Ranger erhält ein umfangreiches Lifting. Europapremiere feiert der optisch wie technisch aufgefrischte Pritschenwagen auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September). Die Auslieferungen dürften Ende 2015 oder Anfang 2016 starten.

Der neue Ford Ranger ist richtig bullig

Optisch wurde der Ranger ungewöhnlich stark modifiziert. Auffälligste Änderung ist der nun trapezförmige Chromkühlergrill mit flankierenden breiten Scheinwerfern. So soll sich der Pick-up äusserlich an seine gerade in Asien vorgestellte geschlossene Geländewagen-Variante anpassen. Innen gibt es neue Materialien und ein neues Acht-Zoll-Farbdisplay. Passend dazu wird das Infotainment-System auf den neuesten Stand gebracht, beherrscht nun Sprachsteuerung und Handy-Anbindung. Aufgerüstet präsentiert sich die Liste an Assistenzsystemen, die nun Spurhaltehelfer, Auffahrwarnsystem und eine Rückfahrkamera aufführt.

Beim Wildtrak ist der Innenraum hübsch gestaltet

Beim Wildtrak ist der Innenraum hübsch gestaltet

Wie gehabt wird es den gelifteten Ranger wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb geben. Als Motoren stehen zwei 2,2-Liter-Vierzylinderdiesel mit 96 kW/130 PS und 118 kW/160 PS sowie ein 147 kW/200 PS starker 3,2-Liter-Fünfzylinderdiesel zur Wahl. Als Aufbauvarianten gibt es eine Einzelkabine, eine Einzelkabine mit Rückbank und eine Doppelkabine.

Design und Technik wurden stark überarbeitet

Zu den Konkurrenten zählen VW Amarok, Mitsubishi L200 und Nissan Navara.