Prodrive Hunter Strassenversion eines Dakar-Winners
20.3.202218568
Anfang 2022 fuhr Sébastien Loeb auf der Rallye Dakar auf den zweiten Platz der Pkw-Wertung mit einem Rennfahrzeug der britischen Firma Prodrive. Diesen BRX Hunter T1+ genannten Wüstenbezwinger wollen die englischen Motorsport-Experten nun als Hypercar mit Strassenzulassung auflegen. Schlicht Hunter heisst der 447 kW/608 PS starke und inklusive Mehrwertsteuer rund 1,8 Millionen teure Dünenhüpfer, mit dem der Besitzer auch zum Einkaufen fahren kann.

1000 Franken für eine Tankfüllung? Was nach einem Gruselszenario in nicht allzu ferner Zukunft klingt, kann für den Fahrer eines Hunter bereits heute Realität werden.

Eine Schönheit ist der 4,60 Meter kurze Hunter eher nicht, denn in ihm steckt die gleiche Rennwagentechnik wie im Dakar-Fahrzeug, bei dessen Entwicklung optische Aspekte eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben dürften. Wie beim Rennfahrzeug basiert der Strassen-Hunter auf einem Stahlrohr-Spaceframe-Chassis, unter das ein Rallye-Fahrwerk mit 40 Zentimeter Federweg, acht Sätzen Bypass-Dämpfer sowie mächtigen BF-Goodrich-Reifen im 35-Zoll-Format geschnallt wird.
Norilsk. Die Nickelindustrie hat die Grossstadt immer noch fest in der Hand. Verschmutzung und ein Flair wie aus Sowjetzeiten sind die bleibenden Eindrücke.
Wie beim Dakar-Fahrzeug wird der Strassen-Hunter von einen 3,5-Liter-V6-Benziner angetrieben, der zumindest im Ursprung von Ford stammt. Doch anders als im streng reglementierten Wettbewerbsfahrzeug mit lediglich knapp über 400 PS darf die Strassenversion über 600 PS und 700 Newtonmeter an alle vier Räder schicken. In Kombination mit dem Sechsganggetriebe dauert der Sprint auf 100 km/h weniger als 4 Sekunden, maximal sollen fast 300 km/h möglich sein.
Zwar wird der Hunter strassenzugelassen sein, seine Technik wurde dennoch für den Einsatz abseits befestigter Strassen optimiert. Und so richtet sich das Fahrzeug vornehmlich an betuchte Kunden, die in oder in der Nähe grosser Wüsten oder anderer Einöden wohnen. Der Kundenkreis ist also klein, weshalb der Hunter nur in einer Kleinserie von maximal 25 Fahrzeugen aufgelegt wird.