Das kleines Offroad-Cabrio der Welt: der Schweizer Diavolino
19.6.2021640944

Dürfen wir vorstellen? Das ist der Diavolino, das wohl kleinste Offroad-Cabrio der Welt – und es kommt noch besser: das Wägelchen kam aus der Schweiz! Mit seiner knuffigen, praktischen Art hat dieser Baby-Jeep die Herzen der Schweizerinnen und Schweizer im Sturm erobert. Doch er hatte auch ein paar Macken…

Leistung, Speed, Laderaumkapazität, Komfort – wer braucht das alles, wenn er einen Diavolino haben kann? Genau so müssen die Hersteller des kleinsten Cabrios der Welt getickt haben. Am 4. April 1984 wurde der Diavolino in Zürich erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Offenes Verdeck, fensterlose Türen, luftgekühlter Motor, direkt oberhalb der Hinterachse hineingequetschte Sitze und grenzenlose Möglichkeiten. Wenn Freiheit ein Auto wäre, dann würde sie Diavolino heissen. Fahrer und Beifahrer(in) hatten dank der Position der Sitzbank oberhalb des Hinterrad-Antriebs einen erheblichen Einfluss auf die Traktion des Diavolino.

Safari-Feeling in der Stadt und im Geröll

Aber konnte das Baby-Cabrio auch wirklich gleichzeitig ein Baby-Offroader sein? Oh ja, das konnte der Diavolino. Mit seinen schlappen 340 Kilogramm Gewicht kraxelte das Schweizer Wägelchen noch manchen Berg hoch, die 12-Zoll-Reifen widerstanden auch zäheren Stufen und die Karosserie aus Polyester war mit mehreren Schichten Lack überzogen, sodass Kratzer nicht sofort sichtbar waren. Die Länge des «kleinen Teufels» von 207cm stellt auch heute noch jeden Smart in den Schatten, denn diese sind ganze 60 Zentimeter länger.
Viele der Teile bestanden aus der Fiat-500-Produktion; Technik und Mechanik wurden in Italien hergestellt, die Polyester-Karosserie in der Schweiz, doch erst die Verschmelzung all dieser Teile in einer Schweizer Firma machten das «Teufelchen» zum motorisierten Einkaufswägeli.

Der Diavolino war keineswegs untermotorisiert

Auch der Motor des Diavolino war im Mini-Format. Im Herzen des Cabrios klopfte ein 250ccm grosser Benzin-Zweitakter mit 12 PS, der den Diavolino bis auf eine Geschwindigkeit von 90 km/h beschleunigte. Und jetzt kommt das, wovon heutige Kompakt-SUV und sogar Cabrios wie der Mazda MX-5 träumen: nicht mehr als 4 Liter Benzin schossen durch die zwei Zylinder auf 100 Kilometer. Ein Viergang-Schaltgetriebe übersetzte die Leistung an die Hinterräder. Sogar die Farbpalette hatte für jeden etwas dabei: weiss, schwarz, senfgelb, rot oder militätgrün.

Wendemanöver sorgten für Schweissperlen

Doch hatte das Teufelchen auch die eine oder andere Schattenseite. Einerseits war da der Rückwärtsgang, welcher nicht existierte. Um rückwärtsfahren zu können, musste man den Motor abstellen und wieder neu anfeuern, und zwar mit umgekehrter Zündung. Zum Wechsel in die Vorwärtsgänge musste man abermals die Zündung umkehren. Da der Diavolino aber sowieso keine Probleme mit Parklücken hatte, sollte dies seine Käufer nicht gross gestört haben. Und dann war da noch der Preis. Erst ab 7’980 Franken ging es los, was für ein Poschtiwägeli mit Motor dann doch etwas zu viel war. Ursprünglich wurde eine Serienproduktion von 1500 Wagen im ersten Jahr geplant, doch diesen Traum konnten sich die Hersteller leider nie erfüllen. Die Produktion musste aufgegeben werden. Doch eine kleine Serie des Diavolino wurde letztendlich tatsächlich produziert und ausgeliefert, von welcher auch heute noch einige auf dem Schweizer Automarkt zu finden sind. Zum Beispiel dieses Unikat hier.

© Fotos: ZBR-Diavolino und Fuchs Fahrzeuge Flühli

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